Aufklärungskampagne zeigt Wirkung

Foto: Rettungswagen

Bei einem Schlaganfall kommt es
auf schnelle Behandlung an; © SXC

Je schneller ein Schlaganfall behandelt wird, desto größer ist die Chance, Folgeschäden wie Lähmungen und Sprachstörungen zu verringern oder gar zu vermeiden. Trotzdem kommen noch immer viele Patienten zu spät ins Krankenhaus, da sie die Symptome falsch interpretieren und / oder keine adäquate medizinisch Hilfe aufsuchen.

Genau an diesem Punkt setzen Aufklärungskampagnen an. Ob und wie effektiv speziell schriftliche Interventionen die Zeit von Symptombeginn bis zum Eintreffen ins Krankenhaus verkürzen, untersuchte nun eine Studie des Kompetenznetzes Schlaganfall unter der Leitung von Professor Jacqueline Müller-Nordhorn von der Charité - Universitätsmedizin Berlin.

Für die Studie erhielten etwa 75.000 zufällig ausgewählte Berliner Bürger im Alter von über 50 Jahren Informationsmaterial über die Symptome des Schlaganfalls wie plötzlich auftretende halbseitige Lähmungen, Gefühls-, Sprach- und Sehstörungen. Außerdem wiesen die Forscher ausdrücklich darauf hin, bei Auftreten einer dieser Warnsignale sofort zu handeln und den Rettungsdienst 112 zu alarmieren. Das Informationsmaterial wurde zwischen Februar und April 2004 verschickt und bestand aus Aufklärungsbriefen, Lesezeichen und Aufklebern.

Eine vergleichbare Kontrollgruppe erhielt keine derartigen Informationen. Zwischen April 2004 und Dezember 2005 registrierten die drei an der Studie beteiligten Berliner Krankenhäuser bei 647 Patienten der Interventionsgruppe und bei 741 Patienten in der Kontrollgruppe einen Schlaganfall.

Die Gesundheitsaufklärung erzielte bei den Frauen einen deutlichen Effekt: Aufgeklärte Schlaganfallpatientinnen kamen wesentlich schneller ins Krankenhaus als jene Frauen, die zuvor kein Informationsmaterial erhalten hatten. Bei den angeschriebenen Männern hingegen zeigte die Intervention keinen Effekt. "Frauen scheinen für eine schriftliche Informationsvermittlung empfänglicher zu sein als Männer", so Müller-Nordhorn. Die Gründe hierfür sind aber unklar.

MEDICA.de; Quelle: Kompetenznetz Schlaganfall