Viel wichtiger als die Kalziumaufnahme an sich ist die Frage, wie viel Kalzium der Körper tatsächlich resorbiert. Dies ist nämlich individuell sehr unterschiedlich. Diese Fragen der Kalzium-Resorptionsfähigkeit sind bislang noch kaum untersucht. In zwei Studien sollte nun der Zusammenhang zwischen Körpergröße und Kalzium-Resorptionskraft des Körpers ermittelt werden.

Dr. Steven A. Abrams vom USDA Children's Nutrition Research Center, Houston, USA und sein Team untersuchten 315 Mädchen im Alter zwischen fünf und 15 Jahren. Mittels bestimmter Parameter ermittelten sie bei diesen Mädchen die Resorptionsfähigkeit für Kalzium und setzten sie in Bezug zur Körpergröße. Nach Herausrechnung von Faktoren wie Alter und Ethnizität zeigte sich ein signifikanter positiver Zusammenhang: Je besser die Mädchen Kalzium absorbieren konnten, desto größer waren sie auch. Möglicherweise, so vermutet Dr. Abrams, wird die Kalziumresorption genetisch gesteuert. Am Ende geht es ihm darum, Tests zu finden, um schlechte Kalzium-Aufnehmer zu identifizieren und rechtzeitig einem Kleinwuchs beziehungsweise geringer Knochendichte vorzubeugen.

In einer zweiten Studie untersuchten Wissenschaftler der Creighton University, Omaha, Nebraska, USA, den Zusammenhang zwischen Kalzium-Resorptionskapazität und der Körpergröße bei 178 Frauen im Alter von durchschnittlich 50 Jahren. Auch in dieser Studie zeigte sich ein signifikanter positiver Zusammenhang zwischen Resorptionskapazität und Körpergröße. Die Wissenschaftler errechneten, dass eine Frau von 1,80m Körpergröße etwa 30 Prozent mehr Kalzium resorbiert als eine kleine Frau von 1,40m Größe.

MEDICA.de, Quelle: Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism 2005, Vol. 90, S. 5077-5081, 5118-5120