Aufzucht infektiöser Hepatitis C-Viren gelungen

Neues Zellsystem verspricht
Hilfe gegen Hepatitis C
© Uni Heidelberg

Damit wurde die Voraussetzung geschaffen, Medikamente und Impfstoffe gegen das Virus zu entwickeln, das eine Hepatitis hervorruft.

"Dies ist ein Meilenstein in der Erforschung von Hepatitis C und im Kampf gegen die stille Seuche", erklärt Professor Dr. Ralf Bartenschlager, Direktor der Abteilung Molekulare Virologie der Uni Heidelberg.

Die Wissenschaftler haben ein Zellsystem entwickelt, in dem der vollständige Lebenszyklus des HCV - also vom Eindringen in die Zelle über die Vermehrung innerhalb der Zelle bis zum Verlassen der infizierten Zelle - im Labor vollzogen werden kann.

Bislang war es zwar möglich gewesen, Teile der Erbsubstanz des Virus zu vermehren, es war jedoch nicht möglich, das vollständige Virus im Labor zu züchten. In einer speziellen Kultur von Leberkrebszellen (Huh7-Zellen) konnte nun das Virus, das aus einem Patienten mit einer fulminanten Hepatitis isoliert worden war, vollständig angezüchtet werden.

"Wir konnten darüber hinaus zeigen, dass Antikörper gegen das zelluläre Oberflächenprotein CD81 sowie Antikörper, die aus dem Blut von Infizierten stammen, die Vermehrung des Virus zumindest teilweise hemmen", berichtet Bartenschlager. Außerdem gelang den Wissenschaftlern der Nachweis, dass Schimpansen mit dem in der Zellkultur vermehrten HCV infiziert werden können. Damit konnte die Authentizität der in Zellkulturen gezüchteten Viren bewiesen werden.

MEDICA.de; Quelle: Universitätsklinikum Heidelberg