Aus zwei mach eins

Mit der Sonde hinter das Herz
© UKJ

Rund zwölf Jahre dauerte es bis Wissenschaftler der Klinik für Innere Medizin I am Uniklinikum Jena (UKJ) die Spezialelektrode entwickelt haben, die zielgerichtet elektrische Aktivitäten des Herzens aufnimmt und elektrische Impulse aussenden kann.

Bei Herzrasen des Vorhofes schlägt dieser bis zum Dreifachen oder Vierfachen des Normalwertes und muss durch noch schnellere elektrische Impulse unterbrochen werden. Vor der Unterbrechung des Herzrasens müssen jedoch Blutgerinnsel im Herzen, die zu Schlaganfällen führen könnten, mit einer Echokardiographiesonde über die Speiseröhre ausgeschlossen werden. Um Herzrasen zu unterbrechen, war bisher eine weitere Untersuchung des Patienten mit einer zweiten Sonde notwendig.

Nun kann aber der neue Elektrodenschlauch mit der Echokardiographiesonde über die Speiseröhre eingeführt werden. Erkennt er ein Herzrasen des Vorhofes kann er sofort mit elektrischen Impulsen eingreifen und dieses beenden.

Die Neuentwicklung besteht aus 6 Millimeter großen, halbkugelförmigen Elektroden. Die werden mit der Echokardiographiesonde hinter den linken Vorhof geschoben. Über die Elektroden leiten die Untersucher das Elektrokardiogramm des Vorhofes zur Diagnose des Herzrasens ab und geben zielgerichtet kleine elektrische Impulse ab, die nur eine Hundertstel Sekunde andauern und das Herzrasen unterbrechen können.

Dieser Taktgeber übernimmt zeitweilig die Führung des Vorhofrhythmus, während dieser gleichzeitig echokardiographisch untersucht wird. So wird der Patient weniger belastet und das Herzrasen kann in nur einer Untersuchung unterbrochen werden.

MEDICA.de; Quelle: Friedrich-Schiller-Universität Jena