Ausstellung: "Krankheit als Kunst(form) – Moulagen der Medizin"

01.06.2016

Moulagen zeigen Krankheitsbilder auf der Haut und wurden früher als Lehrmittel eingesetzt – Tübinger Studierende haben die einzigartige Sammlung aus MUT und Universitäts-Hautklinik aufbereitet.

Foto: Moulage "Pocken"

Krankheitsbild der Pocken; © MUT/Valentin Marquardt

Das Museum der Universität Tübingen MUT präsentiert vom 10. Juni bis 11. September in Kooperation mit der Universitäts-Hautklinik Tübingen die Sonderausstellung "Krankheit als Kunst(form) – Moulagen der Medizin". Die Ausstellung wurde im Rahmen des Projekts MAM|MUT mit Studierenden der Universität Tübingen erarbeitet, von der Inventarisierung der Objekte über die Umsetzung der Ausstellung bis zur Erstellung einer grundlegenden wissenschaftlichen Begleitpublikation.

Moulagen sind Wachsabgüsse von Körperteilen, auf denen sich Krankheitssymptome zeigen. Der Mouleur formte sie direkt von der Haut eines Patienten ab. Die kunstvoll gestalteten Objekte wurden vor rund 100 Jahren vor allem im Lehrbetrieb eingesetzt und dienten auch der medizinischen Forschung. Die Tübinger Moulagen zeigen zum Teil nicht mehr existierende Krankheiten oder Krankheitsstadien in verschiedenen Ausprägungen und einer naturgetreuen Detailfülle. Besonders die 73 Moulagen des MUT, die zwischen 1910 und 1936 vom Deutschen Institut für ärztliche Mission (DIFÄM) angeschafft und verwendet wurden, sind teilweise einzigartig, da sie rare tropische Krankheiten zeigen. Die Sammlung der Universitäts-Hautklinik besteht aus 202 Moulagen, die zum Großteil 1904/1905 angeschafft wurden. Diese werden vereinzelt noch heute in der dermatologischen Ausbildung benutzt.

Das Zusammenspiel von Wissenschaft, Kunst und Handwerk in den ehemaligen Lehrmitteln steht im Zentrum der Ausstellung: Die Mouleure werden als Künstler und die Moulagen als Kunstwerke ausgestellt, ihre Ursprünge, Fertigung und Verwendung in Tübingen werden erstmals in einer Ausstellung beleuchtet und mit einer dazugehörigen Publikation gewürdigt. Die Objekte stammen aus der Universitäts-Hautklinik sowie aus dem DIFÄM.

Das Praxisseminar ist das letzte von drei studentischen Teilprojekten des vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg finanzierten Drittmittelprojekts MAM|MUT.

MEDICA.de; Quelle: Eberhard Karls Universität Tübingen

Mehr über die Uni Tübingen unter: www.uni-tuebingen.de