In einer Studie analysierten Wissenschaftler der Mayo Clinic in Rochester, Minnesota, die Daten aller Patienten, die zwischen 1987 und 2001 an ihrer Klinik wegen einer dekompensierten Herzinsuffizienz aufgenommen wurden. Insgesamt 6.076 Patienten erfüllten die Einschlusskriterien der Studie. Bei 4.596 von ihnen war die Auswurffraktion bekannt. Insgesamt lag die Auswurffraktion bei 47 Prozent der Patienten bei über 50 Prozent. 53 Prozent der Patienten hatten eine eingeschränkte Auswurffraktion.

Zu Beginn des Untersuchungszeitraums, also Ende der 80er Jahre, hatten 38 Prozent der Patienten mit dekompensierter Herzinsuffizienz eine normale Auswurffraktion. Im letzten Jahr des Untersuchungszeitraums, nämlich 2001, war dieser Anteil bereits auf 54 Prozent angestiegen.

Während des Untersuchungszeitraums stieg bei den dekompensiert Herzinsuffizienten allerdings auch der Anteil der Betroffenen mit Diabetes mellitus und Hypertonie. Während sich die Überlebensrate jener Patienten, deren Auswurffraktion vermindert war, zwischen 1987 und 2001 signifikant verbesserte, blieb sie bei den Patienten mit normaler Auswurffraktion unverändert.

In einer zweiten Studie des Toronto General Hospital wurden Patientendaten aus den Jahren 1999 bis 2001 untersucht. Auch hier zeigte sich kein wesentlicher Vorteil für jene Patienten, deren Auswurffraktion über 50 Prozent lag: Solche Patienten hatten gegenüber jenen mit verminderter Auswurffraktion keinen signifikanten Überlebensvorteil: Die Ein-Jahres-Mortalität lag bei 22 Prozent bei normaler Auswurffraktion versus 26 Prozent bei verminderter Auswurffraktion (p gleich 0.07). Die Zahl der stationären Wiederaufnahmen beziehungsweise der Komplikationen während des Krankenhausaufenthalts war unabhängig von der Auswurffraktion.

MEDICA.de; Quelle: New England Journal of Medicine 2006, Vol. 355, S. 251-269