Er erhielt den Förderpreis der Wilhelm Woort-Stiftung, der mit 30.000 Euro dotiert ist. Der Preis wird alle zwei Jahre für anwendungsnahe Forschung im Bereich der Versorgung älterer Menschen vergeben. Ihm wurde ebenfalls der Cochrane-Preis verliehen, der Forschungsprojekte im Bereich evidenz-basierter Medizin unterstützt und mit 10. 000 Euro dotiert ist.

Er entwickelte ein spezielles Trainingsprogramm, das die Bewegungsfähigkeit älterer, an Demenz erkrankter Menschen verbessern und deren Sturzrisiko mindern kann. Demenzerkrankungen im Alter sind häufig: Ungefähr ein Drittel der über 85-Jährigen in Deutschland leidet an so genannten kognitiven Störungen. Die betroffenen Menschen sind sowohl in ihrer Denkleistung als auch in ihrer Bewegungsfähigkeit eingeschränkt, zusätzlich entwickeln sie oft Verhaltensauffälligkeiten.

Mit der Erkrankung gehen oft der Verlust der Selbstständigkeit und ein hohes Risiko für Stürze einher. "Epidemiologische Studien zeigen zudem einen Zusammenhang zwischen den kognitiven und körperlichen Leistungen", erklärt Dr. Klaus Hauer. So können bestimmte motorische Störungen auf spätere kognitive Schädigungen hinweisen.

"Erste Trainingsstudien mit an Demenz erkrankten Menschen weisen darauf hin, dass nicht nur motorische Leistungen, sondern auch Denkleistung und Wohlbefinden durch ein gezieltes körperliches Training verbessert werden können", so Dr. Hauer. Er hat ein Bewegungsprogramm entwickelt, das krankheitsbedingte Einschränkungen und verbliebene Fähigkeiten berücksichtigt. In einer Studie untersucht er die Auswirkungen des Trainings auf den Allgemeinzustand der Patienten - dabei soll auch bewertet werden, wie effektiv die Übungen dabei helfen, Stürze zu vermeiden.

MEDICA.de; Quelle: Universitätsklinikum Heidelberg