Er erhielt die Medaille für "seine Verdienste um die klinische Wissenschaft, insbesondere die klinische Etablierung emissionstomographischer Verfahren". Dies ist die höchste wissenschaftliche Ehrung, die die Deutsche Gesellschaft für Nuklearmedizin zu vergeben hat. Prof. Udalrich Büll war bis Herbst letzten Jahres Direktor der Klinik für Nuklearmedizin des Universitätskrankenhauses der Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen (RWTH).

Bereits 1982 führte Büll die damals hochmoderne Single Photonen Emissions-Computertomographie (SPECT) am Universitätsklinikum Großhadern der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München in Verbindung mit dem Institut für Strahlenhygiene des Bundesamtes für Strahlenschutz ein. Am Universitätsklinikum Aachen konnte er bereits 1991 die Positronen Emissions-Computertomographie (PET) in Zusammenarbeit mit dem Institut für Radiochemie des Forschungszentrums Jülich etablieren.

Seine Erfahrungen in Neuronuklearmedizin und Nuklearkardiologie waren Anlass zur konsequenten Weiterentwicklung von SPECT und PET in Richtung auf eine qualitative Funktionsbildgebung. Mittels der bildgebenden Verfahren konnte so erstmals nicht nur die Struktur, sondern auch die Funktion von Gewebe bestimmt werden. Damit schuf er die Grundlagen für eine Erkennung und Schweregradabstufung von Erkrankungen der untersuchten Organe mittels molekularer Marker.

Seine Erfahrungen in der radiologischen Skelettdiagnostik führten nicht nur zur Habilitation an der LMU München, sondern in Aachen auch zur Entwicklung von stoffwechselbasierten Befundmustern, die in der Schnittbilddiagnostik von Erkrankungen der Wirbelsäule und bei Endoprothesen zum Einsatz kommen. Darüber hinaus zeigte seine Aachener Arbeitsgruppe, dass der mittels PET bestimmte Zuckerstoffwechsel von Tumoren nicht nur mit ihrer Malignität verknüpft ist, sondern auch die Therapiewahl unterstützt sowie die Prognose des Patienten festlegt.

MEDICA.de; Quelle: Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen