Wenn Menschen dement werden, gehört zu ihren schmerzlichsten Erfahrungen oft die, dass sie sich als Kraftfahrer nicht mehr im Straßenverkehr zurecht finden. Hier kommt es zu einem Interessenskonflikt zwischen den Dementen, die so lange wie möglich Auto fahren wollen und dem Interesse der Allgemeinheit an gesunden Autofahrern. Umstritten ist daher, wie lange Menschen mit einer beginnenden Demenz Auto fahren sollten.

Möglicherweise bleibt die Fähigkeit, sicher am Straßenverkehr teilzunehmen, länger erhalten, als man bislang glaubte. Darauf weist eine Studie hin, die jetzt beim „132nd Annual Meeting of the American Neurological Association (ANA)“ vorgestellt wurde. 84 ältere Menschen waren Teilnehmer dieser Untersuchung.

Alle hatten die Diagnose einer Demenz, wurden aber zu Beginn der Studie noch für fahrtüchtig gehalten. 44 gleichaltrige gesunde Personen dienten als Kontrollgruppe. Die Probanden wurden drei Jahre lang nachverfolgt. In diesem Zeitraum unterzogen sie sich intensiven neurologischen und psychiatrischen Tests. Außerdem wurde ihre Fahrtüchtigkeit von einem Fahrlehrer beurteilt. Mit Hilfe von Familienmitgliedern sowie staatlichen Stellen sammelten die Studienleiter zudem Daten über etwaige Unfälle oder Auffälligkeiten im Straßenverkehr.

Offenbar können Menschen mit einer leichten Demenz noch mindestens zwei Jahre lang ausreichend sicher Auto fahren, wie die Studienleiter nach dem Ende der Untersuchung feststellen. Schwieriger wurde es für Personen mit einer leichten Demenz der Kategorie eins auf der Clinical Dementia Rating (CDR). Ihnen gestehen die Studienleiter noch ein Jahr Autofahren zu. Danach, so zeigen die Werte, nimmt die Fahrtüchtigkeit zu rasch ab.

Erstaunlicherweise hatten Personen ohne Demenz deutlich mehr Unfälle. Dieser Unterschied nivellierte sich aber, als man die Zahl der Unfälle in Bezug zur Zahl der gefahrenen Kilometer setzte.

MEDICA.de; Quelle: 132nd Annual Meeting of the American Neurological Association Abstract T-2