Automatische Biomarkersuche entwickeln

Etwa zwei bis drei Prozent der Mitteleuropäer leiden an Schuppenflechte oder Psoriasis. Bei zirka einem Fünftel der Patienten führt diese Autoimmunerkrankung auch zu entzündlichen Veränderungen an den Gelenken, die als Psoriasis-Arthritis bezeichnet werden.

Häufig wird diese Komplikation erst im fortgeschrittenen Stadium an chronischen Gelenkschmerzen erkannt, weil typische Frühmarker im Blut fehlen. Ließe sich eine drohende Psoriasis- Arthritis durch biochemische Warnzeichen bei Laboruntersuchungen frühzeitig feststellen, so könnte das Fortschreiten dieser Erkrankung medikamentös verlangsamt oder völlig aufgehalten werden. Doch bislang kennen die Mediziner keine solchen Biomarker.

„Biomarker sind meist Proteine, deren Konzentration auffällig verändert ist“, erklärt PD Dr. Heidrun Rhode, Biochemikerin im Universitätsklinikum Jena. Um Kandidaten für solche molekularen Hinweise identifizieren zu können, müssen sämtliche biochemischen Bestandteile von etlichen Patienten- und Kontrollproben von Gesunden in einem standardisierten Verfahren katalogisiert und verglichen werden. „Weil wir nicht wissen, welche Blume wir pflücken müssen, mähen wir zunächst die ganze Wiese und erfassen jeden Halm und jedes Blatt“, veranschaulicht Heidrun Rhode das Prinzip. Für genau dieses Problem wollen die Wissenschaftler eine automatisierte Lösung entwickeln.

Dabei können sie auf die Ergebnisse früherer Forschungsprojekte aufbauen.
Ein gemeinsam mit der in Jena ansässigen CyBio AG konzipiertes Versuchsmuster soll zu einem Gerät weiterentwickelt werden, dass mehrere Trennungsschritte automatisiert ausführt und die Ergebnisse erfasst.

Schon jetzt sammeln und dokumentieren die Dermatologen der Unihautklinik in einer Biobank Proben von Psoriasis-Patienten und Gesunden, an denen Gerät, Technologie und Software im kommenden Jahr zum ersten Mal zum Einsatz kommen sollen.

Am Ende des dreijährigen Kooperationsprojektes, das von der Thüringer Aufbaubank und mit EU-Mitteln unterstützt wird, soll nicht nur eine funktionstüchtige Forschungsplattform stehen. „Ich bin zuversichtlich, dass wir bis dahin auch einige heiße Biomarkerkandidaten für einen Frühtest auf Psoriasis-Arthritis finden können“, so der Leiter des Forschungslabors an der Klinik für Hautkrankheiten.

MEDICA.de; Quelle: Universitätsklinikum Jena