Award für Heidelberger Forscherin

Die Eisenspeicherkrankheit (Hämochromatose) ist eine der häufigsten erblichen Stoffwechselerkrankungen in Nordeuropa. Dabei nimmt der Dünndarm verstärkt Eisen aus der Nahrung auf. Da der Körper überschüssiges Eisen aber nicht ausscheiden kann, lagert sich das Eisen in verschiedenen Organen ab und schädigt diese. Leberkrebs, Diabetes mellitus, Herzmuskelschwäche und Gelenkerkrankungen sind die häufigen Folgen. Bisher ist der Aderlass die Therapie der Wahl.

Ziel der Forschungsarbeiten von Frau Professor Muckenthaler ist es die Regulationsmechanismen des Eisenstoffwechsels zu verstehen. Dazu hat sie den so genannten "IronChip" entwickelt - ein Verfahren, mit dessen Hilfe sich ablesen lässt, welche Bereiche der Erbinformation für den Eisenstoffwechsel wichtig sind und ob die Aktivität dieser Gene bei Patienten sowie im Tiermodell verändert ist.

In ihren Forschungsarbeiten konnte sie zeigen, dass bei der Eisenspeicherkrankheit Hämochromatose das Eiweiß Hepcidin in zu geringen Mengen hergestellt wird. Das Protein entsteht in der Leber und hemmt die Eisenaufnahme im Dünndarm. Wird zu wenig davon gebildet, nimmt der Darm permanent Eisen im Überschuss auf, es kommt zu Eisenablagerungen in den Geweben. Zudem ist Hepcidin an Entzündungsreaktionen beteiligt.

"Hepcidin spielt eine zentrale Rolle im Eisenstoffwechsel", erklärt Professor Muckenthaler. "Es ist daher unser Ziel, die Mechanismen besser zu verstehen, über die es reguliert wird. Diese Zusammenhänge können schließlich dazu beitragen, gezielt Therapieansätze zu entwickeln."

Der mit 5.000 Euro dotierte Preis und erinnert an die 2004 verstorbene Dr. Margit Krikker, Gründerin der amerikanischen Hemachromatosis Foundation.

MEDICA.de; Quelle: Universitätsklinikum Heidelberg