BMBF unterstützt Entzündungsforschung

Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf dem Bereich "Rheumaerkrankungen bei Kindern." Koordiniert wird der Forschungsverbund vom Institut für Immunologie und der Kinderklinik des Universitätsklinikums Münster (UKM). Die Förderung beginnt im März 2009 und erstreckt sich zunächst über drei Jahre

"Unerwünschte Entzündungsreaktionen spielen in vielen chronischen Erkrankungen wie zum Beispiel der rheumatischen Arthritis oder bei chronisch- entzündlichen Darmerkrankungen eine entscheidende Rolle und stellen ein wesentliches Gesundheitsrisiko für die Bevölkerung dar", erklärt Professor Johannes Roth, Direktor des Instituts für Immunologie am UKM. Das bekannteste Symptom entzündlicher Prozesse ist das Fieber, das durch molekulare Botenstoffe von Entzündungszellen ausgelöst wird.

Ausgehend von seltenen Erkrankungen des Immunsystems mit zunächst unerklärlichen, immer wiederkehrenden Fieberschüben wollen die insgesamt acht beteiligten Forschergruppen nun die Ursachen von Entzündungsreaktionen in diesen Krankheitsbildern und ihre Bedeutung für Volkskrankheiten untersuchen. Roth: "Kinder leiden nicht selten an wiederkehrenden, unerklärten Fieberschüben, die die Lebensqualität teilweise erheblich einschränken. Bei einem Teil dieser Kinder mit besonders schweren Verläufen kann man neuerdings eindeutig zugrunde liegende Erkrankungen diagnostizieren, die zur Gruppe der so genannten auto-entzündlichen Syndrome oder zum rheumatischen Formenkreis gehören."

Durch die Aufklärung molekularer Mechanismen der seltenen, aber schwer verlaufenden entzündlichen Syndrome lassen sich auch neue Erkenntnisse über Entzündungsprozesse bei häufigeren Krankheiten gewinnen. "Obwohl rheumatische Erkrankungen im Kindesalter häufiger auftreten als Diabetes mellitus, ist diese Tatsache der Bevölkerung kaum bewusst", betont Roth. In einem bundesweiten zentralen Register sind über 4000 Kinder erfasst, die allein an rheumatischen Gelenkerkrankungen leiden.

MEDICA.de; Quelle: Universitätsklinikum Münster