BMBF unterstützt bundesweites Projekt

Mit Hilfe der Molekularbiologie und Genomforschung wollen Kliniker und Grundlagenforscher in insgesamt 15 Forschungsprojekten neue Erkenntnisse über die Entstehung und die Krankheitsmechanismen akuter Leukämien gewinnen. Eingeschlossen in diese Projekte sind alle derzeit laufenden klinischen Leukämiestudien in Deutschland mit mehr als 1000 Patienten im Jahr.

Das Ziel: Die Diagnose zu präzisieren und die Mechanismen für Krankheitsentstehung, Therapieansprechen und Therapieversagen besser zu verstehen, um neue, gezielte Behandlungsstrategien zu entwickeln.

Im Blickfeld des Forschungsvorhabens stehen die akuten Leukämien, bösartige Erkrankungen des Blut bildenden Systems, die sich sehr rasch verschlechtern und deshalb sofort behandelt werden müssen. Kliniker unterscheiden zwischen akuten lymphatischen Leukämien (ALL) und akuten myeloischen Leukämien (AML), die noch in zahlreiche Unterformen unterteilt sind. Die ALL ist die häufigste Krebserkrankung im Kindes- und Jugendalter. ALL und AML treten auch bei Erwachsenen, die AML vor allem bei älteren Menschen auf.

Die besten Behandlungserfolge haben die Ärzte bisher bei der Behandlung von Kindern mit ALL erzielt. So können etwa 80 Prozent an ALL erkrankter Kinder geheilt werden. Für Kinder mit AML liegt die Heilungsrate mit etwa 40 - 50 Prozent niedriger. Erwachsene mit ALL habe eine Heilungschance von 30 - 40 Prozent, bei Erwachsenen mit AML liegt sie bei etwas über 30 Prozent, für einige Unterformen bei über 50 Prozent, bei älteren Erwachsenen jedoch meistens unter 20 Prozent.

Von den Ergebnissen ihrer Projekte erhoffen sich die Forscher neue Erkenntnisse über die Entstehung und den Verlauf der Leukämieerkrankungen, von denen auch Patienten mit anderen Krebserkrankungen profitieren sollen.

MEDICA.de; Quelle: Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch