Frauen mit einer BRCA-Mutation haben nicht nur ein stark erhöhtes Risiko für ein Mammakarzinom, sondern erkranken auch häufiger an Ovarialkarzinomen als andere Frauen. Darauf weisen Daten hin, die jetzt im Rahmen einer großen Studie in Israel erhoben wurden: An dieser „National Israeli Study of Ovarian Cancer“ nahmen 779 jüdische Frauen teil. Alle litten an einem Ovarialkarzinom. Um Vergleichbarkeit in Bezug auf den BRCA-Mutationsstatus zu haben, wählte man aber 605 Frauen ashkenazischer Herkunft aus. 213 hatten eine BRCA1- oder BRCA2-Mutation, die anderen nicht.

Der Nachbeobachtungszeitraum betrug durchschnittlich 6,2 Jahre. In diesem Zeitraum war den Patientinnen mit der BRCA-Mutation ein statistisch signifikanter Überlebensvorteil von 28 Prozent im Vergleich zu den Nicht-BRCA-Trägerinnen beschieden. Daraus errechneten die Studienleiter, dass die Mutationsträgerinnen im Durchschnitt 53,7 Monate überlebten, die Nicht-Mutationsträgerinnen dagegen nur durchschnittlich 37,9 Monate (p gleich 0,002).

Besonders zeigte sich dieser Unterschied bei Frauen im Tumorstadium 3 oder 4. In dieser Gruppe überlebten 38,1 Prozent der BRCA-Trägerinnen fünf Jahre, aber nur 23,5 Prozent der Frauen ohne BRCA-Mutation (p kleiner 0.001).

Dieser Überlebensvorteil bei Trägerinnen einer BRCA-Mutation mag auf besondere biologische Eigenschaften hereditärer Tumoren zurückzuführen sein oder auf ein besonders gutes Ansprechen auf die Therapie, schreiben die Studienleiter. Welche Erklärung auch immer zutreffen mag: Schon jetzt kann man aufgrund der neuen Ergebnisse die Therapie für Frauen mit BRCA-Status optimieren.

MEDICA.de; Quelle: Journal of Clinical Oncology 2008, Vol. 26, S. 20-25