Babys armer Mütter gesundheitlich nicht benachteiligt

Gleichberechtigter Start ins Leben
© Hemera

Auch auf die Anzahl von Arztbesuchen und Tagen im Krankenhaus innerhalb der ersten drei Lebensmonate wirkt sich die Armut der Mutter nicht aus. Die Zugangsgerechtigkeit zu den Leistungen des deutschen Gesundheitssystems für Kinder armer Mütter ist damit gewährleistet.

Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle RWI-Studie. Sie beruht auf Daten aus dem Sozio-ökonomischen Panel, einer repräsentativen Längsschnittstudie deutscher privater Haushalte. Ausgewertet wurden Daten über 565 Neugeborene aus den Jahren 2003 und 2004. Rund sieben Prozent der Mütter lebten im Jahr vor der Geburt des Kindes in relativer Armut, sie hatten 50 Prozent oder weniger als das Durchschnittseinkommen zur Verfügung. Der Gesundheitszustand der Kinder bei der Geburt wurde durch Informationen über Geburtszeitpunkt, Geburtsgröße und -gewicht sowie Kopfumfang, vorhandene Behinderungen und Verhaltensstörungen erfasst.

Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen, dass nicht die finanzielle Lage, sondern in erster Linie der Gesundheitszustand der Mutter den des Kindes beeinflusst: gesunde Mütter bringen signifikant gesündere Kinder zur Welt. Während äußere Faktoren wie die Berufstätigkeit der Mutter keinen wesentlichen Einfluss auf den Gesundheitszustand des Kindes haben, ist gesundheitsschädliches Verhalten der Mütter - beispielsweise Rauchen - mit gesundheitlichen Problemen des Neugeborenen verbunden.

Die Untersuchung offenbart weitere interessante Details: Mütter mit privater Krankenversicherung suchen nach einem ersten Besuch dreimal häufiger erneut einen Arzt auf als Mütter mit einer gesetzlichen Krankenversicherung. Die Gründe hierfür könnten sowohl im Verhalten der Mütter als auch im Verhalten der Ärzte zu finden sein. Da sie nicht Gegenstand der Untersuchung waren, lassen sie sich nur durch weitere Forschung klären.

MEDICA.de; Quelle: Rheinisch-Westfälisches Institut für Wirtschaftsforschung e.V.