Der neue Stoff, der das Wachstum von Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus (MRSA) stoppt, wird in der Natur ausgerechnet von anderen Bakterien hergestellt: Keime der Spezies Bacillus subtilis, die im Erdboden vorkommen, bilden den Wirkstoff 7-O-malonyl-Macrolactin A (MMA) und scheiden ihn in ihre Umgebung aus - möglicherweise um sich bei der Konkurrenz um nährstoffreiche Lebensräume gegen benachbarte Bakterien durchzusetzen.

Von MMA versprechen sich die Wissenschaftler der Gesellschaft für Biotechnologische Forschung (GBF) einiges: Die Substanz wirkt nicht nur gegen den gefürchteten MRSA, sondern auch gegen Vancomycin-resistente Enterokokken (VRE), die Darmkrankheiten auslösen können, sowie gegen besonders gefährliche Varianten des Krankenhaus- Keims Burkholderia cepacia, der immungeschwächte Personen befällt und sich chronisch in ihrem Körper festsetzt. Vermutlich stört MMA bei all diesen Bakterien gezielt die Zellteilung.

Bevor MMA einmal in der Klinik eingesetzt wird, dürften allerdings noch einige Jahre vergehen. "Die Substanz muss nun zuerst einmal näher untersucht und gründlich erprobt werden", erklärt GBF-Bereichsleiter Prof. Kenneth Timmis. "Dann müssen klinische Tests zeigen, ob sie sich wirklich als Medikament zum Einsatz am Menschen eignet."

MEDICA.de; Quelle: Gesellschaft für Biotechnologische Forschung (GBF)