Die Fracture Reduction Evaluation Studie (FREE) sollte die Ballonkyphoplastie (BKP) mit einer nicht-operativen Therapie (NOT) in der Behandlung schmerzhafter Wirbelkörperkompressionsfrakturen vergleichen. Dabei kam es den Studienleitern auf die Effektivität und Sicherheit an.

300 Patienten mit einer bis drei nicht-traumatischen Wirbelkörperfrakturen und Schmerzanamnese von weniger als drei Monaten wurden für BKP (149 Patienten) oder NOT (151 Patienten) randomisiert. Untersucht wurde, ob sich die Lebensqualität im SF-36 Health Survey Physical Component Summary (PCS) verbessert. Sekundäre Endpunkte: die SF-36 Subskalen, EQ-5D, Schmerzsymptomatik (VAS), Roland Morris Disability Questionaire (RMDQ). Alle Patienten erhielten Kalzium, Vitamin D und ein Bisphosphonat. Das mittlere Alter betrug 73 Jahre, 78 Prozent waren weiblich. Die Ursache der Frakturen war bei 97 Prozent eine primäre Osteoporose.

Nach einem Jahr betrug der Unterschied in der Veränderung des PCS 3,5 Punkte zugunsten der BKP gegenüber der NOT (p kleiner 0.0004). Der EQ-5D war in der BKP- im Vergleich zur NOT-Gruppe signifikant verbessert. Die mittlere Verringerung des VAS betrug 1,4 Punkte mehr in der BKP- als in der NOT-Gruppe (p kleiner 0.0001). Signifikant höher war die Differenz der mittleren Verbesserung im RMDQ mit 3,2 Punkten in der BKP-Gruppe (p kleiner 0.0001 für die Differenz). In den radiologischen Kontrollen der BWS und LWS (T5-L5) zeigten sich nach einem Jahr in 41.8 Prozent der Patienten der BKP- und in 37.8 Prozent der NOT-Gruppe neue Wirbelkörperfrakturen (vier Prozent Differenz, p gleich 0.5). Auch ein Jahr nach der BKP führte diese im Vergleich mit einer nicht-operativen Therapie zu einer signifikanten Verringerung der Schmerzen und zu einer signifikanten Verbesserung der Lebensqualität.

MEDICA.de; Quelle: 114. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) Poster Discussion