Bandscheibenverschleiß trotz Gewebsaufbau

Wenn sie gekrümmt ist, dann
laufen andere Prozesse ab
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Können sich Bandscheiben von den natürlichen Verschleißerscheinungen wieder erholen? Einen wichtigen Schritt auf dem Weg zum Verständnis dieser Schäden und ihrer Therapie haben Wissenschaftler der Orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg gemacht.

Für ihre Arbeit sind die Heidelberger Forscher jetzt auf dem Jahreskongress der Europäischen Gesellschaft für Orthopädische Forschung in Bologna mit dem "Mario Boni Award", ausgezeichnet worden. Die Wissenschaftler arbeiten nun an der Entwicklung von Therapien, die für eine Regeneration des geschädigten Bandscheibengewebes sorgen sollen.

"Erstaunlicherweise waren nicht die typischen Moleküle, die für den Gewebsabbau verantwortlich sind, in den Bandscheiben der jungen Skoliose-Patienten vermehrt nachweisbar, sondern vielmehr Bausteine, die auf einen vermehrten Gewebsaufbau schließen lassen", erklärt Dr. Helge Bertram, Wissenschaftler in der Heidelberger Arbeitsgruppe von Professor Wiltrud Richter. Trotz der erhöhten Syntheseleistung aufbauender Moleküle entwickelt sich der Schaden jedoch fort. "Dies könnte auf veränderte Druckverhältnisse, schlechtere Ernährungsbedingungen und erhöhte mechanische Belastungen von Bandscheiben in den gekrümmten Wirbelsäulen zurückzuführen sein", so die Heidelberger Wissenschaftler.

MEDICA.de; Quelle: Universitätsklinikum Heidelberg