Ergebnis des Abschlussberichts des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) ist: Bei der offenen Operation des nicht rupturierten Bauchaortenaneurysma (BAA) sinkt nach aktueller Studienlage die Sterblichkeit mit steigender Menge der Eingriffe. Allerdings bleibt unklar, ob sich die Qualität bei anderen Zielgrößen wie etwa Komplikationen oder Nachfolgeoperationen verbessert. Ohnehin haben die bislang verfügbaren Studien den Zusammenhang von Prozedurenmenge und Ergebnisqualität nur über sehr kurze Zeiträume untersucht und lassen deshalb keine langfristigen Aussagen zu.

Alle Studien, die das Institut in seine statistische Bewertung einbezogen hat, weisen darauf hin, dass mit zunehmender Menge der Eingriffe je Arzt die Mortalität in einem 30-Tage-Zeitraum nach der Operation abnimmt. Auch bei der Menge der Eingriffe je Krankenhaus und der Sterblichkeit ist der Zusammenhang erkennbar. Jedoch war keine der untersuchten Originalarbeiten so konzipiert, dass diese Beziehung über einen längeren Zeitraum, zum Beispiel über ein Jahr, eingeschätzt werden kann. Ausreichende Ergebnisse zu anderen Zielgrößen als der Mortalität, wie postoperative Komplikationen oder erneut notwendig gewordene chirurgische Eingriffe, waren in den Studien ebenfalls nicht zu finden.

Ein konkreter Schwellenwert für Mindestmengen, der geeignet wäre, die Behandlungsqualität zu verbessern, lässt sich aus den vorliegenden Studien nicht ableiten.

Da keine Studie deutsche Patientendaten analysierte, ist fraglich, ob ihre Ergebnisse auf die deutsche Versorgung übertragbar sind. Um den Zusammenhang von Menge und Ergebnisqualität auch für Deutschland bestimmen zu können, müssten entweder neue Daten erhoben (z.B. durch Aufnahme in den Leistungskatalog der externen stationären Qualitätssicherung bei der Bundesgeschäftsstelle Qualitätssicherung,
BQS) oder aber vorhandene Qualitätsregister der Fachgesellschaften herangezogen werden.

MEDICA.de; Quelle: Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)