Bedarf an ambulanter und stationärer Pflege steigt

Foto: Thüringen-Karte

Thüringen fordert vergleichbare Pflegesätze
mit dem Westen;© panthermedia.net/Michał
Barański

Und noch ein Trend wird sichtbar: Immer weniger Thüringer werden von ihren Angehörigen gepflegt. Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa) in Thüringen mahnt deshalb die politisch Verantwortlichen und die Pflegekassen zu einem Kurswechsel.

Jeder Mensch möchte sein Leben so lange in den eigenen vier Wänden verbringen wie möglich. Noch immer werde fast die Hälfte aller Pflegebedürftigen von Angehörigen betreut. Doch diese Form der Betreuung wird von Jahr zu Jahr weniger.

Dafür gibt es zahlreiche Gründe, weiß Rosemarie Wolf, Vorsitzende der bpa-Landesgruppe Thüringen: "In hochaltrigen Partnerschaften kann die Frau den Mann oder umgekehrt nicht mehr pflegen. Bei Kindern ist der Arbeitsdruck heute so hoch und sie müssen so weit pendeln, dass keine Zeit mehr für Pflege da ist. Auch gibt es immer weniger die Form der Großfamilie, wo mehrere Generationen unter einem Dach leben."

Umso wichtiger sei es, dass mehr Fachkräfte für den Bereich der Pflege gewonnen werden. "Schon heute kommen nur noch 85 Bewerber auf 300 offene Stellen", sagt Wolf.

Da die Zahl der Pflegebedürftigen in den kommenden Jahren steigt, bei gleichzeitigem Fachkräftemangel, fordert der Landesbeauftragte des bpa Thüringen, Thomas Engemann, mit dem Westen vergleichbare Pflegesätze: "Die Sätze in Thüringen sind so niedrig, dass der an sich attraktive Beruf der Pflege für viele junge Menschen uninteressant ist. Gleichzeitig verlieren wir gut ausgebildete Pflegefachkräfte an die westlichen Bundesländer. Hier muss dringend nachgebessert werden."

MEDICA.de; Quelle: Thüringer Landesamt für Statistik