Bedeutung von Online-Diskussionsforen

"In den letzten Jahren hat sich das Online-Diskussionsforum des Deutschen Bündnisses gegen Depression und des Kompetenznetzes Depression/Suizidalität zum größten deutschsprachigen Internetangebot für depressiv Erkrankte entwickelt", sagt Professor Ulrich Hegerl, Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie der Universität Leipzig.

In dem professionell moderierten Selbsthilfeforum wurden mittlerweile über 160.000 Postings von rund 9000 registrierten Nutzern verfasst. Etwa 150 Beiträge gelangen täglich hinzu. Schätzungen zufolge nutzen etwa zehn Mal so viele Nutzer das Forum passiv als Informationsquelle.

Um mehr über den Nutzen, aber auch über Risiken eines solchen Online- Angebots zu erfahren, erfolgte eine umfangreiche telefonische Befragung mit strukturierten diagnostischen Interviews bei einer zufällig ausgewählten Nutzergruppe. Bei 94,5 Prozent der Nutzer wurde die Diagnose einer depressiven Erkrankung gestellt, 90,2 Prozent waren bereits wegen einer Depression in ambulanter psychiatrischer Behandlung.

Mehr als 60 Prozent der Befragten gaben an, dass durch die Teilnahme am Online-Diskussionsforum das Vertrauen in eine medizinische Behandlung gestiegen sei und sie sich ermutigt fühlten, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Als positive Veränderungen durch die Nutzung wurden am häufigsten die Verbundenheit mit anderen Betroffenen und eine bessere Akzeptanz der Erkrankung angegeben. 82 Prozent der befragten Nutzer waren Frauen.

Das Online-Forum ist im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Kompetenznetzes Depression, Suizidalität und des Deutschen Bündnisses gegen Depression aufgebaut worden.

MEDICA.de; Quelle: Universität Leipzig