Das hat Dr. Deborah Watson-Jones von der London School of Hygiene and Tropical Medicine in Großbritannien bei einer Studie in Tanzania festgestellt. Das Ergebnis ihrer Studie stellte sie bei der „International AIDS Society Conference on HIV Pathogenesis, Treatment and Prevention“ vor.

Nach Angaben der Studienleiterin erhöht eine Infektion mit dem Herpes-simplex Virus Typ 2 (HSV 2) das Risiko für Frauen, sich beim Geschlechtsverkehr mit HIV zu infizieren, um das dreifache. Um zu untersuchen, ob eine Behandlung dieses Risiko senken könnte, haben Watson-Jones und ihr Arbeitsteam in Tanzania 821 HIV-negative Frauen und 484 HIV-positive Frauen für ihre Studie gewonnen.

30 Monate lang wurden alle Probandinnen mit Acyclovir oder Placebo jeweils zwei mal täglich behandelt. Alle Frauen arbeiteten in Bars, Gästehäusern oder Restaurantbetrieben, von denen bekannt ist, dass viele Frauen dort der Gelegenheitsprostitution nachgehen.

Sechs beziehungsweise zwölf Monate nach Beginn der Studie war der Prozentsatz jener HIV-positiver Frauen, bei denen unter Acyclovir-Einnahme HIV im Genitalsekret nachweisbar war, 20 bis 25 Prozent geringer als unter der Einnahme von Placebo. Dies bedeutet, dass unter dem Wirkstoff Acyclovir das Risiko sinkt, dass HIV-positive Frauen mit Genitalherpes Männer mit HIV infizieren.

Anders sah das Ergebnis aus, als man sich die HIV-negativen Frauen sechs beziehungsweise zwölf Monate nach Beginn der Studie ansah: Etwa sieben Prozent der Frauen sowohl unter Acyclovir als auch Placebo hatten sich im Untersuchungszeitraum mit HIV infiziert. Offenbar senkt das Medikament Acyclovir also nicht das Risiko einer HIV-Infektion, wenn Frauen Genitalherpes haben.

MEDICA.de; Quelle: 4th International AIDS Society Conference on HIV Pathogenesis, Treatment and Prevention