Behandlungserfolge mit Opioiden

"Bei unserer Arbeit auf Palliativstationen beobachten wir oft, dass die Betroffenen unter extremer Atemnot leiden. Diese so genannte Dyspnoe führt dazu, dass die Patienten in Panik geraten, wodurch sich ihr Zustand noch verschlimmert - ein Teufelskreis", erläutert Doktor Katri Elina Clemens, die das Forschungsprojekt geleitet hat. Dyspnoe ist in der Palliativmedizin ein häufiges Symptom. Dabei handelt es sich um das subjektive Erleben von Luftnot, dessen Schwere nur der Betroffenen selbst beurteilen kann.

Etwa die Hälfte der Patienten im fortgeschrittenen Tumorstadium leidet darunter. Bei Betroffenen mit Tumoren oder Metastasen in der Lunge steigt der Anteil sogar auf 70 bis 80 Prozent. Vielfältige Faktoren verursachen die Luftnot. Häufigster Grund ist eine erhöhte Atemarbeit aufgrund eingeengter Atemwege oder eines verkleinerten Lungengewebes.

Im Rahmen der Studie hat Clemens gemeinsam mit Professor Eberhard Klaschik erstmals systematisch untersucht, wie die Symptome der Atemnot gelindert werden können. Das Ergebnis: Opioide - also Schmerzmittel, zu denen beispielsweise Morphine gehören - und angstlösende Medikamente helfen den Betroffenen am besten. "Unsere Untersuchungen ergaben, dass die Patienten durch eine den Beschwerden angepasste Opioid-Dosis ruhiger und tiefer atmen. Die zusätzliche Gabe von Sauerstoff, wie oft praktiziert, lindert die Luftnot jedoch nicht", erklärt Clemens. "Dies ist ein neuer Ansatz, da Schmerzmittel eigentlich die Atmung hemmen. In der richtigen Dosis können sie aber durchaus die Atemtätigkeit positiv beeinflussen."

Die Opioide wirken, indem sie zum einen die Atemarbeit erniedrigen und die Atmung effektiver machen. Zum anderen reduzieren sie die emotionalen Reaktionen im Gehirn - wie Angst und Panik. "Unsere Studie hat gezeigt, dass Opioide auch zur Behandlung von Atemnot in der Palliativmedizin zugelassen werden sollten", so Clemens.

MEDICA.de; Quelle: Deutsche Krebshilfe e. V.