Behinderung durch Zeckenbiss möglich

Foto: Zecke

Forscher raten zu Antibiotika nach
einer Borrelien-Infektion;
© El-Fausto/Pixelio.de

Borrelien werden von Zecken übertragen. Bei der Morphea verfärbt sich zunächst die Haut gelb bis elfenbeinfarben, vorzugsweise an der Brust, aber auch an anderen Stellen des Körpers. Dann verdicken und verhärten sich die betroffenen Flächen und entwickeln sich zu ovalen entzündlichen Plaques „Für einen Zusammenhang zwischen Borrelien und Morphea bei Kindern haben wir stichhaltige Hinweise gefunden“, erklärt Professor Jörg Prinz, Leiter des Forscher-Teams.

Prinz und seine Kollegen haben klinische Werte und Krankheitsbilder von 74 weiblichen und 16 männlichen Morphea-Patienten im Alter von sechs bis 80 Jahren genauer beleuchtet – eine der größten Untersuchungen überhaupt im Bereich der Morphea-Diagnostik. Tatsächlich konnten sie dabei einen Zusammenhang nachweisen zwischen frühem Krankheitsbeginn im Kindes- und Jugendalter, schwerem Verlauf, Borrelien-Infektion und dem Auftreten von ausgeprägten Autoimmun-Phänomenen, beispielsweise dem Auftreten bestimmter Moleküle der Körperabwehr.

Das hat womöglich Folgen für die Therapie: „Wir sollten die Mädchen und Jungen in diesen Fällen künftig mit einer Antibiotika-Therapie gegen Borrelien behandeln.“ Breitet sich die Krankheit bei Kindern auf unter der Haut liegendes Fett- und Muskelgewebe aus, kann sie zu Wachstumsstörungen in den betroffenen Körperregionen führen – bis hin zu Behinderungen.

Eine Heilung ist selten. Einzig wirksame Behandlungsmöglichkeiten sind verschiedene Formen der Bestrahlung mit UVA-Licht. „Dann sehen wir oft eine Unterdrückung der Entzündung und einen Rückgang der Bindegewebsbildung“, erklärt Prinz. Aber gerade für Kinder, die häufig unter schweren Rückfällen leiden, eignen sich die UV-Therapien nicht, weil sie das Hautkrebs-Risiko im Erwachsenenalter erhöht.

MEDICA.de; Quelle: Universität München