In den USA ist die Zahl der Kinder, deren einer Elternteil weiß und der andere Elternteil ein oder eine Farbige ist ("African American") zwischen 1968 und 1996 um das Fünffache gestiegen. Das Geburtrisiko bei solchen "gemischten" Elternpaaren wurde bislang kaum untersucht.

Mediziner haben nun mit Hilfe der "National Centers for Health Statistics Linked Birth/Infant Death files" das Risiko verschiedener Geburtskomplikationen in Bezug auf die ethnische Zugehörigkeit der Elternteile untersucht. In diese Studien flossen die Daten von ungefähr 21 Millionen Schwangerschaften aus den Jahren 195 bis 2001 ein.

Das Risiko einer Totgeburt liegt demnach bei 3,1 pro 1.000 Geburten wenn beide Elternteile kaukasischer Herkunft sind. Ist die Mutter eine Weiße, der Vater ein Farbiger, steigt das Risiko auf 3,9 pro 1.000 Geburten und sogar auf 5,8 pro 1.000 Geburten, wenn die Mutter oder beide Elternteile Farbige sind.

Ähnlich das Bild bei Frühgeburten und untergewichtigen Kindern. Lediglich in der Kategorie "hohes Geburtsgewicht" war das Schema umgekehrt: Weiße Elternpaare bekamen deutlich häufiger schwere Kinder als schwarze Paare.

In einer weiteren Untersuchung dehnte man die Fragestellung auf die Präeklampsie aus. Dazu dienten Daten der "Kaiser Permanente Medical Care Program database". Diese enthielten auch Daten von Schwangerschaften, bei denen mindestens ein Elternteil spanischer oder asiatischer Herkunft war. Bei den insgesamt 127.000 untersuchten Schwangerschaften traten 4.989 Präeklampsien auf.

Am niedrigsten war die Rate bei Müttern asiatischer Herkunft (3,5 Prozent) und am höchsten bei farbigen Müttern (5,2 Prozent). Für die Väter galt entsprechend: 3,2 Prozent und 4,9 Prozent. Insgesamt gilt: Sind die Eltern unterschiedlicher rassischer Herkunft, steigt das Präeklampsierisiko um etwa 13 Prozent.

MEDICA.de; Quelle: Obstetrics & Gynecology 2005, Vol. 106, S. 81-88