Bei Kopflausbefall stets Mehrfachbehandlung

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Kopfläuse werden von Kopf zu Kopf
übertragen; © panthermedia.net/
Martin Zahnd

Kopfläuse (Pediculus humanus capitis) kommen in allen Altersgruppen und sozialen Schichten vor. Besonders häufig sind Kinder betroffen. Risikofaktoren sind enge räumliche Wohnverhältnisse oder schlechte hygienische Bedingungen. In der Regel werden diese Ektoparasiten durch direkten Kopf-zu-Kopf-Kontakt übertragen, selten über Bürsten, Mützen oder Polstermöbel. Nach Angaben von Professor Pietro Nenoff, niedergelassener Haut- und Laborarzt in Mölbis, und Kollegen sind Mädchen doppelt so häufig betroffen wie Jungen. Es besteht jedoch kein Zusammenhang zwischen Kopflausbefall und Haarlänge.

Typische Symptome bei Kopflausbefall sind Papeln, Juckreiz und Kratzreaktionen: Bei erstmaligem Befall dauert die Sensibilisierungsphase gegen die im Läusespeichel enthaltenen Fremdproteine etwa vier bis sechs Wochen. Bei erneutem Befall treten die Symptome meist schon innerhalb von 24 bis 48 Stunden auf. Durch das juckreizbedingte Kratzen am behaarten Kopf oder bei starkem Befall auch an anderen behaarten Körperarealen kann es zu Exkorationen, Impetiginisation und Lymphknotenschwellungen kommen.

Aufgrund des Kratzens besteht die Gefahr von nässenden Ekzemen und Sekundärinfektionen. Bei der Inspektion des Kopfes lassen sich meist nur die Nissen entdecken. Prädilektionsstellen sind der Bereich hinter den Ohren, die Schläfen und der Nacken. Differenzialdiagnosen sind eine Psoriasis capitis, seborrhoische Dermatitis der Kopfhaut, atopisches Kopf- und Nackenekzem und Tinea capitis. Haarsprayrückstände können einen Kopflausbefall vortäuschen.

Bei der Therapie kommt es darauf an, sowohl die Läuse als auch die Embryonen in den Nissen zu töten. Dabei hat sich nach Angaben der Autoren die systematische, vom Robert Koch-Institut empfohlene Vorgehensweise bewährt. Dabei wird über einen Zeitraum von zwei bis drei Wochen mehrfach mit einem Insektizid behandelt und regelmäßig nass ausgekämmt. Patienten sollten darauf hingewiesen werden, dass diese Mehrfachbehandlung wichtig ist, da mit dem Kopflausmittel häufig nicht sofort alle Eier getötet werden. Nach der Erstbehandlung können also durchaus noch Larven schlüpfen. Zeitaufwändig, aber notwendig ist es, die Haare mit einer Pflegespülung und dem Läusekamm nass auszukämmen.



MEDICA.de; Quelle: Ärzte Zeitung