Bei Sepsis Sterblichkeitsrate gesenkt

Foto: Patientin auf der Intensivstation

Eine Patientin wird nach einem
septischen Schock von Pflegern
wieder aufbebaut; © Uni Greifswald

Die durchschnittliche Sterblichkeitsrate bei einer Blutvergiftung von 54 Prozent in Deutschland sank in Greifswald auf 31 Prozent. "Die Gesellschaft muss sich nicht mit jährlich 40.000 Todesopfern und rund 1,8 Milliarden Euro für die lebenserhaltende Intensivmedizin abfinden. Mit einfachen Maßnahmen kann die Sterblichkeitsrate signifikant beeinflusst werden", erklärt der Ärztliche Direktor an der Uniklinik Greifswald, Professor Marek Zygmunt.

Im November 2007 ist dort das Qualitätsprojekt "Sepsis" gestartet worden. "Die Behandlung der Sepsis ist auf Grund ihrer hohen Sterblichkeit eine besondere Herausforderung für die Intensivmediziner und die Pflege. Die Arbeitsgruppe Sepsis hatte sich zunächst zum Ziel gesetzt, durch eine verbesserte Diagnostik und Therapie die Erkrankungen mit tödlichem Ausgang um zehn Prozent zu senken", erläuterte Projektleiter Oberarzt Matthias Gründling.

Zunächst wurde die Qualität der Diagnostik und Therapie aller Sepsispatienten auf den Intensivstationen in 2006 und 2007 erfasst und ausgewertet. Daran anknüpfend wurden regelmäßige Schulungen am Klinikum, unter Ärzten und Pflegekräften durchgeführt und aktuelles Informationsmaterial klinikintern zur Verfügung gestellt.

Durch die Einhaltung von Sepsisrichtlinien und die Weiterbildung der Mitarbeiter sowie die konsequente Ergebniskontrolle erhalten nunmehr rund 90 Prozent aller Sepsispatienten auf den Intensivstationen innerhalb der ersten Stunde nach Diagnosestellung ein Antibiotikum. Durch das Sepsismanagement nach dem Greifswalder Modell wurde die Sterblichkeit im Greifswalder Klinikum von 57 Prozent (2006/07) auf 43 Prozent (2008) und 31 Prozent im ersten Halbjahr dieses Jahres reduziert.

"In Greifswald werden jährlich etwa 100 bis 150 Patienten mit einer schweren Sepsis oder einem septischen Schock behandelt. Nach der derzeitigen Auswertung ist es durch das Projekt in den Jahren 2008 und 2009 gelungen, insgesamt 48 Leben von Patienten mit Blutvergiftung auf den beiden Intensivstationen für Erwachsene zu retten", unterstrich Gründling. Mit dem Sepsismanagement wurde somit eine erhebliche Verbesserung der Behandlungsqualität erreicht.

MEDICA.de; Quelle: Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald