Die Bevölkerung wird immer älter. Zugleich steigt der Anteil jener alten Menschen, die an einer chronischen Krankheit leiden. Daher stellt sich die Frage, bis zu welchem Alter eine Lebertransplantation sinnvoll ist. Zwar gab es einige Studien, die mit über 60Jährigen vorgenommen wurden. Patienten, die das 70. Lebensjahr bereits hinter sich gelassen hatten, waren jedoch noch kaum Thema einer Untersuchung.

Solche Daten kommen jetzt von einer retrospektiven Untersuchung, welche Daten aus den Jahren 1988 bis 2005 verarbeitete. Alle betroffenen Patienten erhielten zum ersten Mal eine neue Leber und waren zwischen 70 und 79 Jahre alt (62 Patienten, Gruppe I) beziehungsweise zwischen 50 und 59 Jahre (864 Patienten, Gruppe II).

In Gruppe I lag die Mortalität bei 11,4 Toten pro 1.000 Monate des Nachbeobachtungszeitraums. In der Gruppe II lag die Rate bei 8,4 pro 1.000. Dieser Unterschied war statistisch nicht signifikant. Allerdings gab es einen Trend hin zur Signifikanz.

Ähnlich die Überlebensraten: In Gruppe I beziehungsweise II lagen sie bei 73,2 Prozent versus 76,8 Prozent nach dem ersten Jahr beziehungsweise 65,3 Prozent versus 70,5 Prozent nach dem dritten Jahr. Die entsprechenden Werte nach dem fünften beziehungsweise zehnten Jahr: 49,3 Prozent versus 65,7 Prozent und 46,0 Prozent versus 53,5 Prozent. Auch in diesen Vergleichen erreichten die Unterschiede keine statistische Signifikanz zwischen den älteren und jüngeren Patienten.

Durchschnittlich 30 Tage mussten Patienten aus der Gruppe I nach der Transplantation im Krankenhaus verbleiben. In Gruppe II waren es nur durchschnittlich 27 Tage. Die Gründe, welche zur Leberinsuffizienz geführt hatten, waren in beiden Gruppen vergleichbar.

MEDICA.de; Quelle: World Transplant Congress 2006 Abstract 91