Die Zahl der übergewichtigen Kinder steigt in den Industrienationen. Zu den Begleiterscheinungen des jugendlichen Übergewichts gehören die Hypertonie, Asthma bronchiale und Hyperlipidämie. Diese Gesundheitsrisiken setzen sich meist bis ins Erwachsenenalter fort.

Mit der Zunahme übergewichtiger Kinder steigt auch die Zahl jener Jugendlichen, die aus pädiatrischer Indikation heraus operiert werden müssen. Daher stellt sich die Frage, ob Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen ein erhöhtes Operationsrisiko mit sich bringt.

Antworten darauf bringt nun eine prospektive Studie, an der 2.025 Kinder im Alter zwischen zwei und 18 Jahren teilnahmen. Gemäß ihres altersangepassten Body Mass Index (BMI) wurden sie als normalgewichtig (1.380 Kinder), übergewichtig (351 Kinder) oder stark übergewichtig (294 Kinder) klassifiziert. Alle Kinder unterzogen sich einer nicht-kardialen, elektiven Operation.

Es zeigte sich, dass bereits die Komorbidität bei den stark übergewichtigen Kindern deutlich höher war als bei den normalgewichtigen Kleinen. Auch perioperativ verursachten die Kinder mit zu viel Speck auf den Rippen signifikant mehr medizinische Probleme als die Normalgewichtigen: Schwierigkeiten bei der Maskenbeatmung, Verlegung der Atemwege und schwer wiegende respiratorische Probleme im Verlauf der Operation traten bei ihnen signifikant häufiger auf als in der Vergleichsgruppe. Allerdings waren diese Komplikationen in allen Fällen gut beherrschbar und es blieben bei keinem operierten Kind bleibende Schäden zurück.

Dennoch ist Besorgnis bei den Studienleitern zu spüren. Mit der Zahl übergewichtiger Kinder werden die Komplikationen bei kindlichen Operationen in Zukunft weiter steigen, so befürchten sie.

MEDICA.de; Quelle: Anesthesiology 2008, Vol. 108, S. 375-380