Viele junge Menschen leiden irgendwann an Akne. Die Therapie dieser häufigen Erkrankung kann sich jedoch nur auf wenige evidenzbasierte Fakten stützen. Einer der eingesetzten antibiotischen Wirkstoffe ist das Minozyklin, obwohl verschiedene Studien den Wert dieser Substanz in der Aknetherapie in Frage stellen.

In einer Studie wurden nun fünf verschiedene Therapievorgehen in Bezug auf ihre Wirksamkeit miteinander verglichen. An dieser 18-wöchigen Studie nahmen 649 junge Menschen mit leichter bis mittel schwerer entzündlicher Akne teil. Randomisiert wurden sie einer von fünf Interventionsgruppen zugeteilt.

Nach 18 Wochen zeigte die Kombination aus oralem Oxytetrazyklin (500 mg zwei Mal täglich) und topischem Placebo bei 72 (55 Prozent) von 131 Patienten deutliche Verbesserungen, ebenso bei 70 (54 Prozent) von 130 Patienten unter oralem Minozyklin (100 mg einmal täglich) plus Placebo.

78 von 130 Patienten (60 Prozent) unter topischem Benzoylperoxid (fünfprozentig) plus oralem Placebo und 84 (66 Prozent) von 127 Patienten unter topischem Erythromycin (dreiprozentig) und topischem Benzoylperoxid plus Oral-Placebo konnten sich über eine deutliche Verbesserung freuen.

Topisches Erythromycin (zweiprozentig) am Morgen und getrennt davon topisches Benzoylperoxid am Abend plus jeweils orales Placebo erbrachten eine deutliche Verbesserung der Beschwerden bei 82 von 131 Patienten (63 Prozent). Die meisten Verbesserungen traten in den ersten sechs Wochen auf.

Der Einsatz von Tetrazyklinen wurde bei einigen Patienten durch Resistenzen erschwert. Am kostengünstigsten erwies sich die Therapie mit Benzoylperoxid. Dieser Wirkstoff war in der Studie zwölffach kostengünstiger als Minozyklin. Unter dem Strich ist die Behandlung der Akne vulgaris mit Benzoylperoxid offenbar die effektivste und zudem kostengünstigste.

MEDICA.de; Quelle: Lancet 2004, Vol. 364, S. 2188-2195