Bild: Dreidimensionale Aufnahme eines Schädels 
Per Fingerzeig das drei-
dimensionale Bild drehen
© Fraunhofer HHI

Der Arzt betrachtet ein dreidimensionales Bild, das vor ihm schwebt. Er hebt den Finger und zeigt auf eine kleine virtuelle Taste, die sich ebenfalls frei im Raum befindet: Auf dieses Kommando dreht sich die Computertomographie- Aufnahme von rechts nach links, von oben nach unten - ganz so, wie der Zeigefinger sie dirigiert.

Unregelmäßigkeiten im Gewebe kann der Arzt auf diese Weise sehr gut erkennen. Ebenfalls durch einen Fingerzeig "klickt" er auf das nächste Bild. Über die berührungslose Steuerung kann er es jeweils so drehen, dass er die abgebildeten Organe aus der gleichen Perspektive sieht wie die Organe des Patienten vor ihm. Da er dazu weder Maus noch Tastatur braucht, bleiben seine Handschuhe steril.

Doch wie erkennt das System, worauf der Finger zeigt? "Über dem Display, der das dreidimensionale Bild erzeugt, sind zwei Kameras angebracht", erklärt Wolfgang Schlaak, Abteilungsleiter am Fraunhofer- Institut für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut HHI in Berlin, an dem das Display entwickelt wurde. "Sie sehen den Zeigefinger aus verschiedenen Richtungen. Eine Bildverarbeitungssoftware kann seine Position im Raum daher genau ermitteln."

Hundert Bilder nehmen die Kameras pro Minute auf. Im gleichen Takt sucht eine weitere Kamera, die im Rahmen des Displays integriert ist, Gesicht und Augen des Betrachters. Die zugehörige Software ermittelt sofort, wie dieser den Kopf hält und in welche Richtung er schaut - und generiert ein passendes Bild für das linke und eines für das rechte Auge. Bewegt sich der Kopf um ein paar Zentimeter zur Seite, passt das System die Bilder sofort entsprechend an. "Der Betrachter sieht das dreidimensionale Bild somit immer in hoher Qualität, auch wenn er sich bewegt. Das ist im OP unabdingbar, und bei routinemäßiger Auswertung ermöglicht es dem Arzt eine entspannte Haltung", sagt Schlaak.

MEDICA.de; Quelle: Fraunhofer-Gesellschaft