Berührungslose Methode untersucht die Netzhaut

Die Netzhaut genau unter die
Lupe nehmen; © PixelQuelle.de

Als optisches Analog zur viel aufwändigeren und invasiven Elektrophysiologie wird die neue Methode als Optophysiologie bezeichnet und ist eine nicht-invasive – da berührungslose – Diagnosetechnik in der Augenheilkunde. Mittels Optophysiologie kann nun der dreidimensionale Aufbau der Netzhaut mit nahezu zellulärer Auflösung untersucht werden. Zur gleichen Zeit können erstmals auch die physiologischen Veränderungen jeder einzelnen Schicht der nur 200-300 Millionstel Meter dicken Netzhaut ermittelt und zur frühzeitigen Diagnose herangezogen werden.

"Diese Technik der Funktionellen Optischen Kohärenztomographie kann daher in Zukunft zur verbesserten diagnostischen Früherkennung von Augenerkrankungen beitragen, die weltweit zur Erblindung führen“, erläutert Prof. Wolfgang Drexler vom Zentrum für Biomedizinische Technik und Physik der Medizinischen Universität Wien. „Des weiteren ist anzunehmen, dass diese Methode neue Erkenntnisse zur Entstehungsgeschichte von Augenkrankheiten liefern kann sowie zur Entwicklung und Überprüfung neuester Therapien von Netzhauterkrankungen beitragen wird."

Die hoch auflösende Optische Kohärenztomographie basiert auf Lasertechnologie und stellt eine führende optische Biopsietechnik dar, bei der verdächtiges Gewebe in extrem hoher Tiefenauflösung untersucht werden kann. Vorteil dieser Methode gegenüber der Ultraschalltechnik ist, dass sie signifikant höher auflösend und berührungslos erfolgt und somit keinerlei Infektionsrisiken birgt.

Durch die dreidimensionale Visualisierung der Netzhautstruktur anhand von Vor-Ort-Schnittbildern können pathologische Veränderungen des Gewebes im frühestmöglichen Stadium diagnostiziert werden, ohne dass es – wie bei der konventionellen Biopsie – zur Gewebsentnahme kommt. Dies ist bei Organen wie der Netzhaut, die zum Zwecke der Gewebsdiagnose nicht entnommen werden kann, von besonderer Bedeutung.

MEDICA.de; Quelle: Medizinische Universität Wien