Die Vorteile des Bruststillens sind längst bekannt. Mütter geben ihren Neugeborenen mit der Muttermilch unter anderem Antikörper gegen verschiedene Krankheiten mit auf den Weg und stärken das Immunsystem der Säuglinge. Seit Jahren propagieren Experten daher das ausschließliche Bruststillen, möglichst über mindestens sechs Monate. Danach sollte bis zum zwölften und sogar 24. Monat teilweise mit der Brust gestillt werden.

Im Großbritannien stillen weniger Mütter ihre Babys als in anderen Ländern. Daher bemüht man sich dort seit 1993 gemeinsam mit UNICEF und der Weltgesundheitsorganisation WHO die Stillbereitschaft der Mütter zu fördern. In einer Studie sollte jetzt untersucht werden, ob eine spezielle Stillschule vor der Geburt oder Hilfe beim Stillen nach der Geburt die Bereitschaft der Mütter erhöht, ihre Kinder ausschließlich mit Muttermilch zu ernähren.

An dieser Untersuchung nahmen 450 Mütter teil, die unkomplizierte Schwangerschaften hinter sich gebracht hatten. Jene Frauen, denen man nach der Geburt intensiv beim Stillen half und sie darin unterwies, zeigten eine deutlich höhere Bereitschaft, ihre Neugeborenen ausschließlich mit der Brust zu stillen: Zwei Wochen nach der Geburt taten dies 82 Prozent mehr Frauen als jene, die nicht beraten worden waren. Drei Wochen beziehungsweise drei Monate nach der Geburt waren die Raten 85 beziehungsweise 87 Prozent höher. Sechs Monate danach stillten sogar mehr als doppelt so viele der beratenen Frauen ihre Kinder als in der Kontrollgruppe.

Ähnlich erfolgreich war man bei jenen Frauen, die vor der Geburt ausführlich geschult und beraten wurden, dann nach der Geburt aber nicht mehr: In ihrer Gruppe stillten 73, 92 und sogar 116 Prozent mehr Frauen sechs Wochen, drei und sechs Monate nach der Geburt.

MEDICA.de; Quelle: British Medical Journal 2007, Vol. 335, S. 596