Dafür haben sie die Nutzenbewertungen von Arzneimitteln herangezogen, die das IQWiG zwischen 2006 und 2011 erarbeitet hat. Wie die Wissenschaftler feststellen, haben Studienberichte, die zum Zweck der Zulassung von den Herstellern erstellt und bei den Behörden eingereicht werden, den höchsten Informationsgehalt um eine klinische Studie zu bewerten. Diese sind allerdings in der Regel nicht öffentlich zugänglich.

Deutlich schlechter schneiden Artikel in wissenschaftlichen Fachzeitschriften, die Ergebnisse in der Regel mit einem gewissen Zeitverzug dokumentieren, und Ergebnisberichte in Studienregistern, von denen es weltweit inzwischen eine ganze Reihe gibt, ab. Allerdings haben diese Formate unterschiedliche Stärken und Schwächen: Artikel in den einschlägigen wissenschaftlichen Journalen enthalten häufiger vollständigere Informationen über die Methodik, also etwa über die Zuteilung der Teilnehmer zu den Vergleichsgruppen oder zur statistischen Auswertung der Daten. Berichte aus Studienregistern sind zwar weniger ergiebig in Hinblick auf die Methodik, berichten dafür aber detaillierter über die Ergebnisse, die sogenannten Outcomes.

Ergebnisberichte aus Studienregistern und Artikel in Fachjournalen könnten sich insofern gut ergänzen. Die Kombination der beiden Formate könnte auch einen gewissen Ausgleich dafür schaffen, dass Studienberichte häufig nur Behörden zugänglich sind. Für systematische Übersichten sollten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in jedem Fall immer auch auf Berichte in Studienregistern zurückgreifen. Das setzt allerdings voraus, dass die Ergebnisdarstellung in diesem Format auch verfügbar ist. Und das scheint häufig nicht der Fall zu sein: Bei den vom IQWiG herangezogenen Nutzenbewertungen lagen Ergebnisberichte aus Registern nur für ein Drittel der untersuchten Studien vor.

Und die Wissenschaftler identifizierten ein zweites Problem: In dem Maße, in dem die Arzneimittelzulassung international harmonisiert wurde, konnten auch Standards für die Studienberichte etabliert werden. Für Berichte in Studienregistern fehlen diese jedoch noch, zumal viele Register in Regie der Pharmaunternehmen geführt werden und eine gesetzliche Verpflichtung zur Ergebnisregistrierung bislang nur in einigen Ländern besteht.

MEDICA.de; Quelle: Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)