Die Antwort der Mediziner am 71. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie war ein uneingeschränktes Ja - allerdings nur unter der Voraussetzung, dass ein Patient wirklich davon profitieren kann.

"In den größeren Studien der letzten zwei Jahre ist ganz klar gezeigt, dass medikamentenbeschichtete Stents zu weniger Restenosen führt, dass die Prognose bezüglich Tod und Herzinfarkt deutlich günstiger ist, und dass diese Patienten weniger Krankenhausaufenthalte, weniger Katheteruntersuchungen und weniger erneute Interventionen benötigen, als Patienten mit nicht beschichteten Stents", konstatierte Prof. Dr. Harald Mudra vom Krankenhaus Neuperlach.

Die Frage, ob jedoch alle Patienten einen solchen Stent bekommen sollten, sei vor dem Hintergrund, dass die Restenoserate bei reinen Metall-Stents mit rund 30 Prozent nicht so hoch ist, aufgrund der bestehenden Datenlage nur mit Hypothesen beantwortbar. Patienten mit Diabetes mellitus und/oder langstreckigen Einengungen bei gleichzeitig niedrigem Querschnitt der Arterie kämen jedoch besonders in Betracht.

Außerdem läge in der Vermeidung von teuren Bypass-Operationen ein großes Einsparpotential. Hinzu komme der Vorteil einer raschen Wiedereingliederungsmöglichkeit von noch berufstätigen Patienten in den Arbeitsprozess, also eine Vermeidung des Produktivitätsausfalls, so die Herzspezialisten.

Was gegenwärtig noch nicht eindeutig für die neue Stent-Technologie spricht, ist der Preis, der ein vollständiges Wechseln vom reinen Metall-Stent zum medikamentenbeschichtete Stent zur Zeit nicht realisierbar erscheinen lässt. Daher müsse noch im Detail erarbeitet werden, so die Experten in Mannheim, welche Patientengruppen am meisten von der neuen Stent-Technologie profitieren.

MEDICA.de; Quelle: Deutsche Gesellschaft für Kardiologie, Herz- und Kreislaufforschung