Beschichteter Ballon plus unbeschichteter Stent

Dieses Ereignis war zugleich der Startschuss für die neue klinische Studie PEPCAD III, deren Ergebnisse in circa eineinhalb Jahren erwartet werden. Bisher waren im Rahmen der PACCOCATH-ISR-I-Studie ausschließlich Patienten behandelt worden, deren Gefäße sich erneut verengt hatten (Restenose).

Die neue Studie widmet sich nun den frischen erstmaligen Herzgefäß-Verengungen. "Die Kombination beschichteter Ballon plus unbeschichteter Cobalt-Chrom- Stent könnte langfristig eine direkte Alternative zu den Medikamenten- beschichteten Stents sein", hofft Privatdozent Dr. Bruno Scheller, Oberarzt und Leiter des Homburger Herzkatheterlabors an der Klinik für Innere Medizin III, der die medizinische Premiere erfolgreich durchführte. Gemeinsam mit Prof. Ulrich Speck von der Charité in Berlin entwickelte er den innovativen Ballonkatheter.

Untersuchungen hatten gezeigt, dass Medikamenten- beschichtete Stents (DES) eine Restenose der Herzkranzgefäße wirkungsvoll verhindern können, gleichzeitig aber mit dem erhöhten Risiko von Gefäßthrombosen verbunden sind. Scheller und Speck unternahmen daher seit sieben Jahren gemeinsame Forschungsarbeiten für einen neuartigen beschichteten Ballon namens PACCOCATH.

Wie einige DES ist auch er mit dem Wirkstoff Paclitaxel beschichtet. Anders als bei den Stents wird der Wirkstoff jedoch nur während der Dilatation freigesetzt. Das verhindert möglicherweise das unerwünschte Risiko der späten Thrombosen.

In der ersten Studie konnte die beiden Forscher zeigen, dass der beschichtete Ballonkatheter bei Restenosen die nochmalige Verengung sehr wirksam verhindern kann, effizienter und sicherer als durch die Implantation eines zweiten beschichteten Stents.

MEDICA.de; Quelle: Deutsche Gesellschaft für Kardiologie-Herz- und Kreislaufforschung e.V.