Eine Infektion mit dem Humanen Papillomavirus (HPV) gehört zu den häufigsten Geschlechtskrankheiten. Sie ist zudem eine der Hauptursachen von Zervixkarzinomen. Aus Studien weiß man, dass beschnittene Männer ein geringeres Risiko haben, sich mit dem HI-Virus zu infizieren. Falls dies auch für das HP-Virus gilt, hätten beschnittene Männer nicht nur ein geringeres Risiko, sich selbst zu infizieren, sondern würden auch seltener dieses Virus an Frauen übertragen.

Nun haben sich Wissenschaftler der Universität von Honolulu auf Hawaii diesem Thema genähert. Sie gewannen 351 Männer im Durchschnittsalter von 29 Jahren für ihre Studie. 77 Prozent dieser Männer waren heterosexuell und 53 Prozent von ihnen hatten bereits mindestens sechs Sexualpartner in ihrem Leben gehabt. Alle Männer wurden an verschiedenen genitalen Stellen auf Vorliegen einer HPV-Infektion untersucht.

Bei allen Männern konnte eine HPV-Infektion am häufigsten am Penisschaft nachgewiesen werden (52 Prozent der Männer) und am zweithäufigsten am Hoden (40 Prozent der Männer). An Glans oder Corona waren 32 Prozent infiziert und zehn Prozent zeigten Viren im Urin, sechs Prozent im Sperma.

79 Prozent der Probanden waren beschnitten. Beim Vergleich der beschnittenen mit den unbeschnittenen Männern schnitten erstere in Bezug auf eine HPV-Infektion signifikant besser ab: 46 Prozent aller unbeschnittenen Männer waren infiziert, aber nur 29 Prozent der beschnittenen. Unbeschnittene Männer hatten sich zudem 2,51-fach häufiger mit einem HPV-Typ infiziert, der als onkogen gilt. Das Risiko, verschiedene HPV-Typen in Glans oder Corona zu tragen, ist bei unbeschnittenen Männern 3,56-fach höher als bei beschnittenen. Lediglich an Glans und Corona zeigte sich dabei ein signifikanter Unterschied in der Infektionshäufigkeit zwischen beschnittenen und unbeschnittenen Männern.

MEDICA.de; Quelle: Journal of Infectious Diseases 2008, Vol. 197, S. 787-794