Ärzte und Ärztinnen, die an einer Universitätsklinik überwiegend in der Forschung tätig sind, können zumeist nicht nach dem Arzttarifvertrag bezahlt werden und verdienen somit laut dem Gesundheitsforschungsrat deutlich weniger als ihre in der Krankenversorgung tätigen Kollegen.

Dies bringt Ungleichgewichte in die Universitätsmedizin. Der Vorsitzende des Gesundheitsforschungsrats, Herr Prof. Dr. Adler, bewertet dies am wie folgt: "Aus diesem Ungleichgewicht ergibt sich ein gravierender negativer Steuerungseffekt für den wissenschaftlichen Nachwuchs in der klinischen Forschung.“

Er sagte weiterhin: „Junge, wissenschaftlich begabte Ärztinnen und Ärzte werden durch Verdienstnachteile von einer Forschungskarriere abgeschreckt, der für eine gute klinische Forschung notwendige Wechsel zwischen einer Tätigkeit in der Krankenversorgung und einer Tätigkeit in der Forschung wird mit einer massiven Gehaltseinbuße bestraft. Die in Deutschland dringend zu stärkende patientenorientierte klinischen Forschung wird hierdurch massiv behindert".

Der Gesundheitsforschungsrat fordert daher einerseits die Tarifvertragsparteien, und hier insbesondere die für die Universitätsmedizin zuständigen Länder, andererseits die Drittmittelförderer dringend dazu auf, dafür Sorge zu tragen, dass die Einkommensungleichgewichte zum Nachteil von Forschung und Lehre in der klinischen Forschung möglichst rasch wieder behoben werden.

In den Gesundheitsforschungsrat werden von der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Dr. Annette Schavan, Vertreter der Forschungs- und Forschungsförderorganisationen in der Gesundheitsforschung berufen. Das Gremium analysiert die Gesundheitsforschung kontinuierlich unter forschungs- und förderpolitischer Perspektive und gibt Empfehlungen zu übergreifenden Themen der Gesundheitsforschung und zum Gesundheitsforschungsprogramm der Bundesregierung ab.

MEDICA.de; Quelle: Projektträger im DLR