Besonders hohes Risiko für zweiten Brustkrebs

Hatte die Mutter Brustkrebs, steigt
das Risiko; © Hemera

Das Risiko, an einem zweiten Mammakarzinom zu erkranken, liegt bei Brustkrebspatientinnen ohne familiäre Belastung bei 3,4. Als Referenzwert wählten die Wissenschaftler das Risiko von Frauen ohne familiäre Belastung und ohne zweite Brustkrebserkrankung. Deren Brustkrebsrisiko wurde mit dem relativen Wert 1 beziffert.

"Das Risiko für das zweite Karzinom ist deutlich höher und kann auch nicht durch Gründe erklärt werden, die mit der Behandlung der ersten Erkrankung in Verbindung stehen, " sagt Professor Dr. Kari Hemminki, der im Deutschen Krebsforschungszentrum die Abteilung Molekulargenetische Epidemiologie leitet

Betrachteten die Wissenschaftler Brustkrebspatientinnen mit familiärer Belastung, so fanden sie ein noch höheres Risiko von 5,48 für ein zweites Auftreten eines Mammakarzinoms. Dieser empirisch ermittelte Wert spricht stark dafür, dass sich die Auswirkungen der beiden unabhängigen Risikofaktoren "familiäre Belastung" sowie "erste Brustkrebserkrankung" multiplizieren, nicht addieren.

"Wir gehen davon aus, dass das tatsächliche Risiko noch deutlich höher liegt: Unsere Untersuchung erfasst nur Zweittumoren in der anderen, noch nicht betroffenen Brust. Dazu müssen aber noch die Zweittumoren addiert werden, die in der bereits erkrankten Brust auftreten. Dazu fehlt uns aber präzises Zahlenmaterial", erklärt Hemminki.

Die Ergebnisse ihrer Untersuchung, so vermuten die Forscher, sprechen dafür, dass familiärer Brustkrebs und das Zweitauftreten von Brustkrebs unterschiedliche Ursachen haben. "Wir halten es nach jetzigem Wissensstand für wahrscheinlich, das im ersten Fall genetische Ursachen zugrunde liegen, im zweiten Fall dagegen epigenetische." Unter epigenetischen Faktoren wird meist die Bindung von Methylgruppen an bestimmte Bausteine der Gene verstanden.

MEDICA.de; Quelle: Deutsches Krebsforschungszentrum