In der Regel werden orale Kontrazeptiva zyklisch eingenommen, um einen „normalen“ Menstruationszyklus zu gewährleisten. Allerdings kommt es im wirkstofffreien Zeitraum von wenigen Tagen häufig zu einem hormonellen Rebound und einer erhöhten ovarialen Aktivität. Dies könnte Fehler in der Anwendung provozieren und damit Schwangerschaften wahrscheinlicher machen. Demgegenüber gibt es auch die Möglichkeit einer kontinuierlichen Einnahme oraler Kontrazeptiva. Dies hat oft einen positiven Vorteil auf die vaginale Blutung und die Suppression der ovarialen Aktivität.

Wissenschaftler des „Pennsylvania State University College of Medicine“ in den USA wollten jetzt genauer wissen, welche der beiden Formen der Anwendung die bessere ist. Sie gewannen 62 gesunde Frauen mit regelmäßigem Menstruationszyklus für ihre Studie. Randomisiert nahmen die Frauen sechs Zyklen lang entweder ein zyklisches orales Kontrazeptivum ein – 21 Tage lang den Wirkstoff und sieben Tage Placebo – oder durchgehend an jedem Tag das Verum.

Die Zahl der Tage, an denen die Frauen ihre Blutung hatten, war in beiden Gruppen nicht statistisch signifikant unterschiedlich. Allerdings waren die Blutungen bei den Frauen unter der zyklischen Hormonbehandlung statistisch stärker als unter der durchgehenden Hormongabe (p gleich 0.005). In beiden Gruppen wurden die Blutungen über die Zeit aber schwächer.

Weitere Unterschiede zwischen beiden Gruppen: Unter der kontinuierlichen Hormongabe waren die endogenen und Urin-Östrogenspiegel niedriger und die Ovar-Volumina kleiner. Außerdem klagten die Frauen unter der kontinuierlichen Gabe vor der Menstruation über weniger Schmerzen und fühlten sich besser als die Frauen, die während ihrer Menstruation nur Placebo einnahmen. Gemessen wurde dies anhand des „Moos Menstrual Distress questionnaire“.

MEDICA.de; Quelle: Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism Early Online