Das behauptet eine Arbeitsgruppe der University of Washington unter der Leitung von Dr. Miriam Treggiari. 137 Personen nahmen an dieser Untersuchung teil. Alle wurden intensivmedizinisch künstlich beatmet. 69 Personen erhielten eine leichte Sedierung im Bereich der Ramsey-Skala von 1 bis 2: das heißt sie waren wach und kooperativ. 68 weitere Patienten wurden tief sediert und erreichten dabei auf der Ramsey-Skala Werte von 3 bis 4: Sie waren im Tiefschlaf, erwachten aber bei körperlicher Stimulation. Patienten in der Gruppe der Leichtsedierten bekamen signifikant weniger Benzodiazepine.

Ihre Ergebnisse stellten die Studienleiter jetzt auf dem „Society of Critical Care Medicine 37th Critical Care Congress“ vor.

Die Untersucher interessierten sich vor allem für Unterschiede in den Angstwerten der Patienten und wie lange sie auf der Intensivstation beziehungsweise überhaupt im Krankenhaus verbleiben mussten.

Die Ergebnisse sprechen eindeutig für die leichte Sedierung. Die Aufenthaltsdauer auf der Intensivstation sank von durchschnittlich 5,5 Tagen in der Gruppe der Tief-Sedierten auf drei Tage bei leichter Sedierung (p gleich 0.008). In Bezug auf die Angstwerte zeigte sich dagegen keinerlei signifikanter Unterschied zwischen beiden Gruppen zum Zeitpunkt der Entlassung aus der Intensivstation oder vier Wochen später. Auch in Bezug auf die Mortalität gab es keinerlei signifikanten Unterschied zwischen beiden Gruppen. Allerdings räumen die Studienleiter ein, dass sie keine Daten zu möglichen posttraumatischen Belastungsstörungen bei den nur Leichtsedierten haben.

Unter dem Strich halten die Studienleiter ihre Ergebnisse für so überzeugend, dass sie dazu raten, die tiefe Sedierung als Standardvorgehen auf der Intensivstation bei mechanischer Beatmung durch eine leichte Sedierung zu ersetzen.

MEDICA.de; Quelle: Society of Critical Care Medicine 37th Critical Care Congress Abstract 53