In Großbritannien wird zur Zeit diskutiert, die Grenze für den legalen Schwangerschaftsabbruch ohne medizinische Indikation von der 24. Gestationswoche vorzuverlegen, da man der Meinung war, dass inzwischen auch Ungeborene vor der 24. Gestationswoche gute Überlebenschancen haben. Bei der Diskussion im „House of Commons“ stellte sich dann aber heraus, dass verlässliche Daten zur Überlebenswahrscheinlich sehr früh geborener Kinder in Großbritannien fehlen.

Man hat daher eine Studie in Auftrag gegeben, die die Überlebenswahrscheinlichkeit von Neugeborenen vor der 26. Schwangerschaftswoche aus den Jahren 1994 bis 1999 mit den Jahren 2000 bis 2005 vergleichen sollte. Britische Wissenschaftler beschränkten sich dabei auf die Region Trent. Dort schlossen sie alle Neugeborenen in ihre Studie ein, die in den beiden genannten Zeiträumen zwischen der 22. und 25. Gestationswoche auf die Welt gekommen waren.

Die Zahl der Neugeborenen, die noch bei der Geburt starben, war in beiden Zeiträumen etwa gleich hoch. Allerdings stieg in den letzten Jahren signifikant der Anteil jener Babys, die wenigstens bis zur Entlassung aus dem Krankenhaus überlebten (p kleiner 0.001): Von 497 Kindern, die in den Jahren 2000 bis 2005 in eine neonatologische Intensivstation eingeliefert wurden, überlebten 236 (47 Prozent). In den Jahren 1994 bis 1999 waren es nur 174 von 490 Kindern (36 Prozent).

Verbessert hat sich vor allem die Überlebenswahrscheinlichkeit von Kindern in der 24. und 25. Gestationswoche. Während des gesamten Studienzeitraums von zwölf Jahren überlebte keines der 150 Kinder, die in der 22. Gestationswoche auf die Welt gekommen waren. Bei den in der 23. Woche Geborenen gab es keine signifikanten Verbesserungen in der Überlebenswahrscheinlichkeit: 15 von 81 (19 Prozent) überlebten in den Jahren 1994 bis 1999, zwölf von 65 in den Jahren 2000 bis 2005 (18 Prozent).

MEDICA.de; Quelle: British Medical Journal 2008, Vol. 336, S. 1221-1223