Bessere Diagnostik bei reduzierter Strahlung

Foto: Mammografie

Entscheidend für die Prognose einer
erkrankten Frau ist die frühzeitige
Diagnose;© panthermedia.net/
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Entscheidend für die Prognose einer an Brustkrebs erkrankten Frau ist die möglichst frühzeitige Diagnose der Erkrankung. Für die etablierten Screeningprogramme wird eine Fehlentdeckungsrate von bis zu 20 Prozent angenommen, da mit der Mammographie als Projektionsverfahren kleinere Tumoren durch Drüsengewebe überdeckt werden und damit der Diagnostik entgehen können.

Dies betrifft insbesondere Frauen mit sehr dichtem Drüsengewebe. Wenn fälschlicherweise ein abnormer Befund beschrieben wird, der sich bei Folgeuntersuchungen als Fehlbefund herausstellt, kann dieser sogenannte „falsche Alarm“ die Frauen nachhaltig belasten.
Die neue Methode übertrifft herkömmliche mammografische und computertomografische Verfahren in mehrfacher Hinsicht: Sie liefert dreidimensionale computertomografische (CT) Bilder, die eine um das zwei- bis dreifach erhöhte Auflösung aufweisen. Entscheidend ist, dass dieser Ansatz mit einer etwa 25-mal niedrigeren Strahlendosis auskommt als es bisher möglich war.

Die hohen Strahlungsdosen einer CT der Brust bei hoher Strahlungsempfindlichkeit des Brustdrüsengewebes hatten bislang den Einsatz von CT-Verfahren in der Brustkrebsfrüherkennung verhindert.

Der Erfolg beruht auf der Zusammenarbeit der Forscher an der European Synchrotron Radiation Facility (ESRF) in Grenoble, Frankreich, sowie an der Ludwig-Maximilians-Universität München und an der University of California in Los Angeles (UCLA.

Um die Computertomografie auch für das strahlungssensitive Brustgewebe ausreichend sicher zu machen, setzten die Forscher auf hochenergetische Röntgenstrahlung, die Gewebe unter niedriger Dosisbelastung durchdringen kann. Eine zusätzliche Dosisminimierung ermöglicht die Anwendung der sogenannten Phasenkontrastbildgebung, eine Röntgenmethode die bei niedriger Dosis exzellente Bildkontraste liefert. Ein hierfür entwickelter mathematischer Algorithmus erlaubt die Rekonstruktion kontrastreicher und hochauflösender CT Bilder auch bei deutlich reduzierter Strahlendosis.

In Kombination lieferten diese Ansätze bei 512 Aufnahmen einer menschlichen Brust aus verschiedenen Perspektiven mehrere 3D-Bilder in unerreicht hoher Auflösung mit - im Vergleich zu herkömmlichen Mammografien - unerreicht niedriger Strahlendosis. Im Test und ohne Hinweis auf die eingesetzten Verfahren bewerteten fünf unabhängige Radiologen die Bildschärfe, den Kontrast und die allgemeine Bildqualität dieser CT-Aufnahmen. Es ergab sich hierbei eine deutliche Überlegenheit der neuen Methode gegenüber den etablierten bildgebenden Röntgenverfahren.

MEDICA.de; Quelle: Ludwig-Maximilians-Universität München