Bessere Sicht aufs Herz

Foto: Patient im MRT

Patienten mit Herzrhythmusstörun-
gen können bald gefahrlos "in die
Röhre"; © NCI Visuals Online

Patienten kennen die Geräte unter dem Namen "Kernspin" oder "MRT". Die Technik liefert kontrastreiche Bilder aus dem Körperinneren und ermöglicht es so Ärzten, Krankheitsprozesse schonend zu diagnostizieren. Anders als eine Röntgenaufnahme bildet MRT auch Gewebearten wie Muskeln und Organe klar und deutlich ab - und verzichtet dabei auch noch auf eine Strahlenbelastung.

Allerdings kommen nicht alle Patienten in den Genuss dieser Technik: "Wer beispielsweise einen Herzschrittmacher trägt, darf nicht in den Magnetresonanztomographen", sagt Wolfgang R. Bauer, Professor an der Medizinischen Klinik und Poliklinik I der Universität Würzburg. Dann besteht nämlich die Gefahr, dass sich die Spitze der Schrittmacherelektrode stark erhitzt und kaputt geht oder im schlimmsten Fall sogar Herzrhythmusstörungen auslöst.

Für dieses Problem zeichnet sich allerdings eine Lösung ab: Forscher vom Lehrstuhl für Experimentelle Physik V haben mit Kollegen und einem Industriepartner eine Elektrode entwickelt, die eine Untersuchung im Magnetresonanztomographen schad- und gefahrlos übersteht.

Jetzt geht die Arbeit der Wissenschaftler weiter: In einem neuen Projekt wollen sie Elektroden entwickeln für sehr spezielle Schrittmacher, sogenannte "implantierbare Defibrillatoren". Die kommen zum Einsatz, wenn Patienten wiederholt lebensgefährlich schnelle Rhythmusstörungen erfahren. Der Defibrillator gibt dem Herz dann automatisch einen starken Stromschlag und zwingt es zurück in den normalen Rhythmus.

"Das sind ganz neue technische Herausforderungen für uns, da diese Elektroden auch im Notfall starke Ströme zum Defibrillieren des Herzens transportieren müssen", sagt Bauer. Der Kardiologe ist allerdings zuversichtlich, dass es dem Team gelingen wird, auch für diese Art von Elektroden eine Lösung zu finden, die MRT- Untersuchungen in Zukunft ermöglicht.

MEDICA.de; Quelle: Julius-Maximilians-Universität Würzburg