Bessere Versorgung von Kopfschmerzpatienten

08.10.2015
Foto: Mann mit Kopfschmerzen

DMKG schafft zertifizierte Versorgungseinrichtungen und bietet deutschlandweit Fortbildungsveranstaltungen zum Umgang mit Kopfschmerzpatienten an; © panthermedia.net/Xalanx

Migräne und Kopfschmerzen gehören zu den häufigsten Krankheitsbildern, die Patienten zum Arzt führen. Zwar hat sich die Versorgung solcher in den letzten Jahren gebessert, doch beklagen Spezialisten wie auch Patienten nach wie vor Versorgungslücken. Korrekte Diagnosen können in aller Regel nur durch eine sorgfältige Erhebung der Beschwerden und die körperliche Untersuchung gestellt werden.

"Das Gesundheitssystem honoriert aber gerade diese zeitintensiven Leistungen bislang unzureichend", sagt Prof. Andreas Straube, Präsident der Deutschen Migräne- und Kopfscherzgesellschaft (DMKG). Die Gesundheitsministerkonferenz der Länder hat die Versorgungslücken in Deutschland erkannt und deshalb im Juni den Beschluss gefasst, die Schmerzversorgung in Deutschland zu verbessern. Zu den politischen Zielen gehört, die Versorgung und Begleitung schmerzkranker Menschen durch entsprechend weitergebildete und qualifizierte Ärzte in spezialisierten Einrichtungen sicherzustellen. Dabei wird von Seiten der Politik gefordert, hierfür auch entsprechende Qualitätskriterien zu entwickeln. "Es ist zu erwarten, dass eine verbesserte Vergütung schmerztherapeutischer Maßnahmen an den Nachweis der entsprechenden Fachkompetenz gekoppelt sein wird", mutmaßt Straube.

Die DMKG hat hierzu in den vergangenen zwei Jahren bereits ein strukturiertes Fortbildungsprogramm etabliert und bietet deutschlandweit Fortbildungsveranstaltungen zur Entstehung, Diagnostik und Behandlung von Kopfschmerzerkrankungen an. Auf jeder Veranstaltung können neben CME-Fortbildungspunkten auch DMKG-Fortbildungspunkte erworben werden. Gut weitergebildete Ärzte, Psychologen und Psychotherapeuten, die in ihrer Praxis oder Klinik einen Kopfschmerzschwerpunkt vertreten, können so das "DMKG Fortbildungszertifikate Kopf- und Gesichtsschmerz" erwerben. Für Kopfschmerz-Schwerpunktpraxen und Spezialeinrichtungen an Kliniken erarbeitet die DMKG gerade mit dem TÜV Rheinland eine Zertifizierung in einem dreistufiges Modell. Dies ermöglicht Patienten, zuweisenden Ärzten und Krankenkassen, die Qualität der Kopfschmerzversorgung zu beurteilen und sich im Versorgungsdschungel besser zurecht zu finden.

MEDICA.de; Quelle: Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft

Mehr über das Fortbildungsprogramm finden Sie hier: www.dmkg.de/kopfschmerzakademie