Bestrahlung verbessert Überlebenschancen

Vor 20 Jahren entfernten die Ärzte den Betroffenen noch die Hoden. Heute können sie die Testosteronproduktion, die das Krebswachstum fördert, auch medikamentös stoppen. "Eine Bestrahlung ergänzt diese Hormontherapie in idealer Weise. Denn während eine Hormongabe lediglich das Tumorwachstum hemmt, zerstört die Strahlentherapie die Krebszellen in der Prostata", erklärt DEGRO-Präsident Professor Volker Budach, Chefarzt an der Klinik für Radioonkologie an der Berliner Charité.

In einer Studie aus Skandinavien konnte jetzt erstmals belegt werden, dass die Kombination von Hormon- und Strahlentherapie den Patienten tatsächlich nutzt. 875 Männer aus Schweden, Norwegen und Dänemark hatten an ihr teilgenommen. Nach zehn Jahren waren 24 Prozent der Patienten, die nur Hormone erhielten, an dem Prostatakarzinom gestorben. Unter den Patienten, die zusätzlich bestrahlt wurden, waren es nur halb so viele. "Das ist ein klarer Vorteil, der keinem Patienten vorenthalten werden sollte", fordert Budach. "Die Strahlentherapie bietet Patienten, deren Lymphdrüsen noch nicht befallen sind, zudem durchaus die Aussicht auf eine Heilung. Erfolgt die Behandlung nur mit Hormonen, besteht diese Chance nicht."

Für die begleitende Strahlentherapie sprechen auch die geringen Nebenwirkungen. Probleme beim Wasserlassen, Durchfallerkrankungen oder Potenzstörungen traten nur unwesentlich häufiger auf als bei dem ausschließlichen Einsatz einer Hormontherapie. Dass Bestrahlungen in den letzten Jahren immer weniger Nebenwirkungen mit sich bringen, liegt an den großen technischen Fortschritten auf diesem Gebiet.

"Mit modernsten Geräten sind wir heute in der Lage, einen Tumor ganz präzise und auf den Millimeter genau zu bestrahlen", berichtet Budach. Dies ermöglicht es den Ärzten auch, eine höhere Strahlendosis einzusetzen. Umliegendes Gewebe bleibt weitgehend verschont.

MEDICA.de; Quelle: Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften