Beta-Blocker gegen Metastasenbildung

Foto: Brustkrebsmetastase

Nehmen Brustkrebspatientinnen
Beta-Blocker, bilden sich weniger
Metastasen; © NCI Visuals Online

Die Forscher haben die Krankheitsdaten von Brustkrebspatientinnen analysiert und in drei Gruppen aufgeteilt: Eine Gruppe, die aufgrund von Bluthochdruck bereits mit Beta-Blockern behandelt wurde, eine weitere Gruppe, deren Bluthochdruck durch andere Medikamente behandelt wurde, und eine letzte Gruppe, die keinen Bluthochdruck hatte und demzufolge auch keine Medikamente dagegen bekam.

Von 466 Patientinnen nahmen 43 Beta-Blocker. In dieser Gruppe bildeten sich deutlich weniger Metastasen und der Krebs trat nicht so häufig wieder auf. Insgesamt hatten diese Patientinnen gegenüber den anderen Gruppen eine um 71 Prozent höhere Chancen, keine Metastasen zu bilden und die Überlebenszeit zu erhöhen. "So deutliche Aussagen kommen nur bei wenigen Studien zu Stande", erläutert Professor Frank Entschladen von der Universität Witten/Herdecke dieses Ergebnis. "Deshalb sind wir sehr neugierig, ob wir dieses Ergebnis in einer zukünftigen, größeren Studie und auch bei anderen Krebsarten bestätigen können“, so Entschladen.

Frühere Laboruntersuchungen haben bereits gezeigt, dass Beta-Blocker gegen verschiedene Krebsarten helfen. Bekannt ist auch der Wirkungsmechanismus: "Krebszellen können besonders dann gut und schnell wachsen, streuen und Metastasen bilden, wenn viele Stresshormone im Körper unterwegs sind. Die Beta-Blocker verhindern nun, dass die Stresshormone an den Krebszellen andocken können. Daher kommt es auch zu weniger Wanderungen und Streuungen", beschreibt Entschladen die Vorgänge im Körper.

MEDICA.de; Quelle: Universität Witten/Herdecke