Betriebliche Gesundheitsförderung: Teilnahmeverhalten untersucht

Die Erwerbsbevölkerung altert. Für viele Unternehmen wird es daher immer wichtiger, die Beschäftigungsfähigkeit ihrer Mitarbeiter mithilfe verschiedener Interventionsformen zu erhalten und zu fördern.

06.05.2016

 
Foto: Zwei Äpfel liegen zwischen Unterlagen auf einem Schreibtisch

Gesund essen am Arbeitsplatz: Wird ein Angebot für betriebliche Gesundheitsvorsorge in die Arbeitszeit verlegt, erhöht das die Akzeptanz der Belegschaft; ©panthermedia.net/ Andreas Pollok

Um zu ermitteln, welche Faktoren die Teilnahme an einer Interventionsmaßnahme sowie deren Wirksamkeit beeinflussen, hat die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) sowohl das Teilnahme- als auch das Teilnehmerverhalten untersucht. Dabei konnte gezeigt werden, dass Erfolg und Motivation einander bedingen. Diese und weitere Ergebnisse fasst der Bericht "Verbesserung der kognitiven Leistungsfähigkeit durch eine Maßnahme der betrieblichen Gesundheitsförderung" zusammen.

Am Beispiel eines kognitiven Trainings zur Qualifizierung älterer Arbeitnehmer aus der Produktion untersuchte die BAuA neben Wirksamkeit der Maßnahme auch deren Umsetzung und Durchführung. Am Trainingsangebot nahmen 120 Beschäftigte eines Automobilherstellers teil, die zum Zeitpunkt der Untersuchung mindestens 40 Jahre alt waren. Ziel dieser Prozessevaluation war es, zu ermitteln, welche Mechanismen die Teilnahme am kognitiven Training steuerten.

Besonders entscheidend für eine erfolgreiche Teilnahme sind neben der Unterstützung seitens des Betriebs, der angenommene persönliche Nutzen sowie die Motivation. Dabei bedingen sich die letztgenannten: Die Teilnehmer schätzten die Erfolgsaussichten der Maßnahme für sich selbst deutlich höher ein als Mitarbeiter, die nicht daran teilnahmen. Auch auf die Wirksamkeit der Maßnahme nimmt die Motivation Einfluss. Teilnehmer, die die gesamte Trainingszeit positiv bewerteten, verbesserten schließlich ihre kognitive Leistungsfähigkeit. Daher sollte bei einer Intervention auch der subjektive Bedarf berücksichtigt werden. Darüber hinaus wurden besonders Zeitmangel und hoher Aufwand als Gründe gegen eine Teilnahme angegeben. Hier spielt die familiäre Situation eine ausschlaggebende Rolle. Um die Teilnahmebereitschaft zu steigern, könnte das Angebot in die Arbeitszeit verlegt werden. Zudem zeigte sich, dass ein Programm nicht für alle Teilnehmer gleichermaßen geeignet ist. Neben dem Entscheidungsprozess sollten daher auch die individuellen Voraussetzungen der Mitarbeiter in die Interventionsmaßnahme aufgenommen werden.

MEDICA.de; Quelle: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

Mehr über die BAuA unter: www.baua.de