Weltweit steigt die Lebenserwartung. Eine der Konsequenzen daraus: Die Zahl der dementen Menschen nimmt zu. Man schätzt inzwischen, dass sich die Zahl der dementen Menschen weltweit etwa alle 20 Jahre verdoppeln wird. Im Jahre 2040 dürften rund 81,1 Millionen Menschen davon betroffen sein. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Frage nach der Prognose einer Demenz an Bedeutung. Wie lange haben Menschen im Durchschnitt noch zu leben, wenn sie erstmals als dement diagnostiziert werden?

Diese Frage untersuchte jetzt die britische „Medical Research Council Cognitive Function and Ageing Study (MRC CFAS)”-Studie. An dieser großen, multizentrischen Langzeitstudie nahmen 13.004 Personen im Alter über 65 Jahre teil. Wiederholt wurden sie ausführlich untersucht und befragt.

Während des Nachbeobachtungszeitraums von durchschnittlich 14 Jahren trat bei 438 Personen zwischen 1991 und 2003 eine Demenz auf. 356 (81 Prozent) von ihnen waren im Jahre 2005 verstorben. Daraus errechnet sich eine Überlebensprognose von durchschnittlich 4,5 Jahren nach der Diagnose. Frauen überleben mit durchschnittlich 4,6 Jahren etwas länger als Männer (4,1 Jahre).

Das Alter, in dem die Demenz auftritt, hat einen deutlichen Einfluss auf die Überlebenszeit: Während jene Patienten, bei denen die Demenz schon zwischen dem 60. und 69. Lebensjahr auftritt, durchschnittlich noch 10,7 Jahre leben, sind es bei über 90-Jährigen nur noch durchschnittlich 3,8 Jahre.

Beeinflusst wird die Überlebensrate auch vom sonstigen Gesundheitszustand der Betroffenen. Im Vergleich zu jenen Personen, die trotz ihrer Demenz noch tüchtig auf den Beinen sind, versterben gebrechliche demente Personen im Durchschnitt bis zu drei Jahre früher – unabhängig vom Alter der Erstdiagnose.

MEDICA.de; Quelle: British Medical Journal 2008, Vol. 336, S. 258-262