Die Kniearthrose gehört zu den wichtigsten Gründen einer Behinderung im Alter. Umstritten ist, ob eine Belastung des Kniegelenks die Arthrose fördert oder eher hemmt. Es gibt Hinweise darauf, dass Letzteres zutrifft. Wichtig ist diese Frage zum Beispiel für Ausdauersportler wie Marathonläufer oder Jogger: Schaden diese Sportler ihrem Knie oder nützen sie ihm dadurch eher?

Das untersuchte jetzt eine Studie, an der 297 gesunde Erwachsene im Alter zwischen 50 und 79 Jahren teilnahmen. Alle hatten bislang keine Probleme mit dem Knie gehabt. Bei allen Probanden wurde mit Hilfe der Magnetresonanztomographie (MRI) das Knie untersucht, wobei die Wissenschaftler das Volumen des Knieknorpels und etwaige tibiofemorale Knorpeldefekte analysierten.

In den Jahren 1990, als die Studie begann, bis 1994 füllten die Probanden einen Fragebogen aus, in dem sie unter anderem Auskunft gaben über ihre Sportgewohnheiten und die Belastung des Knies. Zwischen den Jahren 2003 und 2004 wurde diese Untersuchung wiederholt.

Das Volumen des tibialen Knorpels erhöhte sich mit der Frequenz körperlicher Kniebelastung (p gleich 0.01). Auch die Dauer der Belastung zeigte eine positive Korrelation mit dem Knorpelvolumen (p gleich 0.001). Dies galt für körperliche Belastungen, die zehn Jahre zurücklagen, aber auch für aktuelle sportliche oder körperliche Kniebelastungen. Dagegen zeigte sich ein negativer Zusammenhang mit Knochenmarkläsionen: Diese sind um so seltener, je größer die Belastung des Knies.

Damit ist nach Ansicht der Studienleiter ein weiterer Beweis dafür erbracht, dass körperliche Aktivität wie Spazierengehen oder besser sogar regelmäßiger Sport Krankheiten des Alters hinauszögern kann. Was gut ist für das Herz, ist offenbar auch gut für das Knie.

MEDICA.de; Quelle: Arthritis & Rheumatism 2007, Vol. 57, S. 1261-1268